Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, January 18, 2022

Projekte können starten

 

 

Mehr als 16 Mio. PLN werden in diesem Jahr an Organisationen nationaler und ethnischer Minderheiten und regionalsprachliche Gemeinschaften aus dem Fördertopf des Ministeriums für Inneres und Verwaltung vergeben. Über drei Mio. PLN erhält davon die deutsche Minderheit in Polen.

 

 

Wie jedes Jahr haben sich alle nationalen und ethnischen Minderheiten, die nach dem Minderheitengesetz anerkannt sind, am Wettbewerb um Fördermittel für ihre satzungsgemäße Tätigkeit und konkrete kulturelle Projekte beteiligt. Sowohl die kleinsten Gemeinschaften wie Karäer oder Lemken, als auch große Minderheiten – Ukrainer, Weißrussen, Kaschuben und Deutsche – wollen im Jahr 2021 eine Reihe von kulturellen Initiativen umsetzen, die auf den Schutz, die Bewahrung und weitere Entwicklung ihrer kulturellen Identität abzielen.

 

Für Jung und Alt

Besonders viele Ideen wurden von der deutschen Minderheit eingereicht, deren Organisationen insgesamt 136 Anträge vorbereitet haben. Ein Teil der Mittel soll dabei die Personal- und Raumkosten der einzelnen Verbände decken, den Großteil der Mittel wollen die deutschen Organisationen aber für kulturelle Aktivitäten einsetzen.
Diese umfassen u. a. Tanz-, Gesangs- und Theatergruppen, die von der Woiwodschaft Schlesien bis nach Ermland und Masuren tätig sind. Zu den kulturellen Aktivitäten gehören auch allerlei Wettbewerbe. So wird es in diesem Jahr z. B. eine weitere Auflage des Wissenswettbewerbs der deutschen Minderheit in Oppeln geben, ebenso den 17. Rezitationswettbewerb „Jugend trägt Gedichte vor“ und einen Kunstwettbewerb anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages.
Zu den Angeboten für Kinder und Jugendliche gehören „Märchennächte mit Andersen und den Gebrüdern Grimm“ für die deutsche Minderheit in der Woiwodschaft Schlesien, thematische Sommerworkshops in der Woiwodschaft Oppeln, eine Sommer-Jugendolympiade für die deutsche Minderheit in Ermland und Masuren sowie Deutsche Kleinkinderklubs und Deutsche Jugendklubs, die vom Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit organisiert werden sollen.

Auch den Medien der deutschen Minderheit sowie Institutionen, die Wissenschafts- und Festpublikationen planen, kommen die Fördergelder des Innenministeriums zugute. Darüber hinaus sollen Projekte zur Fortbildung und Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte der Fächer Deutsch, Geschichte und Kultur teilfinanziert werden.

 

 

Neue Projekte

Ebenso herrscht in den eingereichten Bewerbungen kein Mangel an neuen Projekten. Eines der wichtigsten für die deutsche Minderheit in Polen ist sicherlich der angenommene Antrag auf Kofinanzierung einer Ausstellung zur aktuellen Situation dieser Minderheit, die ein fester Bestandteil der Ausstellung des im Bau befindlichen Dokumentations- und Ausstellungszentrum in Oppeln werden soll.

Eine weitere aktuelle Herausforderung in diesem Jahr ist die Volkszählung – siehe ausführlicher auf Seite 4. Für die Zwecke einer Förderung der deutschen Nationalität bei der Volkszählung hat die Oppelner Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen in Oppeln einen separaten Antrag eingereicht und will im Rahmen dieses Projekts eine Reihe von Medienaktionen vorbereiten.

Ob alle Projekte umgesetzt werden können und in welchem Umfang, bleibt nicht zuletzt im Hinblick auf die weitere Entwicklung der epidemiologischen Situation abzuwarten.

 

Rudolf Urban

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