Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Sunday, November 28, 2021

Proskauer Echo ist wie Wein

Bei der zweiten Auflage des Wettbewerbs „Künstler der deutschen Minderheit“ erwies sich das „Proskauer Echo“ in der Kategorie der Duette als konkurrenzlos, was beweist, dass die Zahl der Fans dieses charismatischen Ensembles nicht abnimmt, sondern im Gegenteil steigt. Sympathisanten des „Proskauer Echo“ glauben, dass es mit ihrer geliebten Gruppe ist wie mit Wein: je älter, desto besser. Und da lohnt es sich ja auch herauszufinden, welche Pläne das „Proskauer Echo“ für die nächste Zukunft hat. In einem Gespräch mit Krzysztof Świerc sprachen Texterin Klaudia Lakwa und Frontmann Henryk Lakwa darüber.

 

Hätten Sie geglaubt, dass das Proskauer Echo beim Wettbewerb „Künstler der deutschen Minderheit“ so erfolgreich sein würde, angesichts des Potenzials der Künstler, die sich für die zweite Auflage des Wettbewerbs beworben haben?

 

Henryk Lakwa: Am Anfang dachten wir, wir würden schon einige Stimmen bekommen, aber nicht genug für einen möglichen Sieg. Doch je länger der Wettbewerb dauerte und je mehr Stimmen wir bekamen, desto mehr keimte in uns der Glaube auf, dass wir eine gute Platzierung erreichen könnten, denn jede Woche lagen wir in der Gesamtwertung höher. Es war unglaublich und das Finale des Wettbewerbs war ein echter Wahnsinn und unser großer Erfolg. Ein Erfolg, dank dessen meine Frau und ich feststellen konnten, dass das „Proskauer Echo“ trotz seines Alters von 28 Jahren immer noch Gefallen findet. Es wird immer noch gehört und angeschaut, die Leute wollen Spaß an unserer Musik haben. Es ist ein großartiges, wunderbares Gefühl, dass wir mit unseren Liedern immer noch so viel Freude bereiten.

 

Auf diesen Erfolg des Proskauer Echo dürften nun weitere folgen…

Klaudia Lakwa: Alles hängt von unseren Fans ab, von den Zuhörern, von all denen, die die Lieder des „Proskauer Echo“ mögen. Aber wenn wir unsere sozialen Medien und natürlich das Ergebnis der zweiten Auflage des Wettbewerbs „Künstler der deutschen Minderheit“ betrachten, können wir optimistisch sein. Wir können sehen, dass die Leute von uns erwarten, dass wir Lieder und Musikvideos machen und ein weiteres Album veröffentlichen. Sie fragen sogar danach und ermutigen uns zur Arbeit.

 

Und können sie auch auf neue Songs ihrer geliebten Band hoffen?

Henryk Lakwa: Wir nähern uns dem runden 30-jährigen Jubiläum des „Proskauer Echo“, das im Jahr 2023 gefeiert werden wird. Wir wollen es mit phonographischem Material pointieren und es gibt viele Anzeichen dafür, dass dies auch geschehen wird. Unsere Plattenfirma ist einverstanden, also geht es bald ins Studio! Wir haben mittlerweile die ersten drei Stücke vorbereitet, die nun auf eine Studioaufnahme warten. Ein weiterer Song ist auch schon fertig, aber dieser wird nur ein Extra für unser neues Album sein.

 

Klaudia und Henryk Lakwa sind das Proskauer Echo.
Foto: privat

Ich würde nur zu gern wissen, wie viele neue Songs Sie seit März dieses Jahres, also seit Ihrem Sieg bei der zweiten Auflage des Wettbewerbs „Künstler der deutschen Minderheit“, geschrieben haben. Und glauben Sie, dass sich darunter auch richtige Perlen befinden, Songs, die zu Hits werden könnten?

Klaudia Lakwa: Was neue Texte angeht, so betrachte ich die letzten Monate nicht als eine besonders arbeitsreiche Zeit. In dieser Zeit schrieb ich Texte für drei Lieder mit Urlaubs- und Sommerthemen. Es sind sowohl nachdenkliche Lieder, eher Balladen, als auch lebendige Stücke und ich weiß aus Erfahrung, dass schnelle, dynamische Lieder eher zu Hits werden. Ich muss an dieser Stelle hinzufügen, dass die Corona-Pandemie eine Menge Arbeit verlangsamt hat, auch die, die wir als Leidenschaft oder Hobby betrachten. Wir sind nicht aus dem Haus gegangen, die Aufnahmestudios waren geschlossen und in der Zwischenzeit ist unser Musikarrangeur gestorben. Für uns war das ein großer Verlust und ein Schlag. Ihm ist es zu verdanken, dass Lieder wie „Francesco“, „50 Jahre sind vergangen“ oder „Meine Eltern“ entstanden sind.

 

Die drei genannten Songs werden noch in diesem Jahr zu hören sein?

Henryk Lakwa: Das glaube ich nicht, aber in diesem Fall hängt alles vom Produzenten ab. Wir möchten aber, dass schon im Herbst dieses Jahres etwas vom neuen Album erscheint, das in Vorbereitung ist.

 

Hat das „Proskauer Echo“ einen neuen Arrangeur gefunden?

Klaudia Lakwa: Ja, allerdings erst kürzlich. Das wiederum bedeutet, dass wir unser neues Album nicht mehr in diesem Jahr veröffentlichen werden. Das ist aber auch kein Problem für uns. In der Regel machen wir nichts auf Biegen und Brechen, nur um es schnell herauszubringen. In solchen Fällen ist das Endergebnis dann meist nicht das Beste. Ein Hit wird eben nicht auf die Schnelle geboren. Alles ist mehr oder weniger auf demselben Niveau und die Texte sind einander sehr ähnlich, was das Thema, die Geschichte und die Handlung angehen. Aber wenn wir mehr Zeit haben, entstehen Lieder vom Herzen, aus einer Inspiration heraus, dann entstehen Perlen und das ist es, was wir uns wünschen und von uns erwarten.

 

Was ist ein realistischer Termin für die Veröffentlichung des neuen „Proskauer Echo“-Albums, auf das wir alle warten?

Henryk Lakwa: Wahrscheinlich in zwei Jahren. Außerdem deutet vieles darauf hin, dass das für 2023 geplante Album auch einen speziell für alle unsere Zuhörer, Fans und Unterstützer vorbereiteten Song enthalten wird. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Proskauer Echo ist dies für uns eine Form der Anerkennung und des Dankes dafür, dass man sich an uns erinnert und uns hören will. Ein perfekter Beweis dafür ist nun unser erster Platz unter den Duos bei der zweiten Auflage des Wettbewerbs „Künstler der deutschen Minderheit“, der unsere Herzen vor Freude höherschlagen ließ.

 


Das Proskauer Echo wurde 1993 gegründet. Das Ensemble bilden die Eheleute Klaudia und Henryk Lakwa, die ihr Abenteuer mit der Musik bereits in der Schulzeit begannen, unter anderem in der katholischen Gruppe „Genezaret“. Die Band „Proskauer Echo“ debütierte 1993 bei der „Revue der Orchester und Ensembles der deutschen Minderheit in Leschnitz“ und wurde nicht zuletzt durch die Aufnahme des Protestsongs „Łostowcie num Opolskie“ bekannt, der sich gegen die geplante Auflösung der Woiwodschaft richtete. Das „Proskauer Echo“ hat zahlreiche Kassetten, CDs und Musikvideos aufgenommen, darunter auch einige in Zusammenarbeit mit der inzwischen eingestellten Sendung „Disco Relax“ und dem deutschen Fernsehen.
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