Seit China keine Plastikabfälle aus Europa annimmt, hat die Europäische Union ein zunehmend großes Müllproblem. Und das größte droht der Bundesrepublik Deutschland als größter Wirtschaft des Alten Kontinents.

Odpady to poważny problem cywilizowanych państw, dla Niemiec coraz większy.
D. Plaste-Abfälle sind für die zivilisierten Länder ein ernsthaftes Problem, für Deutschland ein zunehmend großes
Foto: Maxim (talk)/Wikipedia

 

Nach neuesten Daten lässt jeder Deutscher jährlich im Durchschnitt ganze 37 Kilogramm Plastik zurück. Das haben Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln errechnet. Wie auf dem Online-Portal des deutschen ARD-Fernsehens zu lesen ist, hat sich in den letzten zehn Jahren die Menge verbrauchter Plastikverpackungen in der Bundesrepublik Deutschland um fast ein Drittel erhöht. Nur die Hälfte des Plastikmülls wird recycelt, der Rest wird verbrannt oder exportiert. Und die letztere Lösung steht neuerdings verstärkt in Frage.

 

Ende des Müllkreislaufs

Der Export von Plastikmüll war über Jahre ein gutes Geschäft. Er entlastete europäische Recyclingbetriebe und aus dem exportierten Material wurden in China beispielsweise Fensterrahmen gemacht, die dann wieder nach Europa zurückkamen. Es war etwas wie ein globaler Müllkreislauf, schätzt das ARD-Portal. Seine Funktion ist nun gestört worden: China will keine europäische Plastik mehr kaufen. Für die Europäische Union bedeutet dies vermutlich eine Recycling-Katastrophe. Denn in Europa mangelt es an Kunststoffverarbeitungsbetrieben und dabei haben wir gegenwärtig viel zu viel Plastik, das sich zurzeit nicht sinnvoll verwerten lässt, d.h. so, dass man daran noch Geld verdient.

 

Deutschland stark betroffen

China hat den Aufkauf von Kunststoffen aus Europa übrigens deshalb zu Beginn dieses Jahres gestoppt, weil das Land sich nunmehr vor allem auf die Verarbeitung eigener Abfälle konzentrieren will. Im Endeffekt hat es nun darauf verzichtet, Müll im Ausland zu kaufen. Und das bedeutet: Deutschland bleibt dieses Jahre auf Millionen Tonnen von Plastikabfällen sitzen! Es ist zweifelsohne ein Riesenproblem und die einzige derzeit logische Lösung wäre, die Müllproduktion zu verringern. Die Europäische Union hat zwar mittlerweile neue Richtlinien zu Kunststoffabfällen erlassen, doch sie sollen erst gegen Ende 2018 in Kraft treten – viel zu spät. Auch in der Bundesrepublik Deutschland werden dann höhere Recycling-Quoten greifen. Im Übrigen ist Deutschland als viertgrößter Erzeuger von Plastikmüll in Europa ganz besonders, geradezu schmerzhaft von dieser Sache betroffen.

 

Johann Engel
Hervorhebung
China hat den Aufkauf von Kunststoffen aus Europa zu Beginn dieses Jahres gestoppt, weil das Land sich nunmehr vor allem auf die Verarbeitung eigener Abfälle konzentrieren will.