Die FUEN Delegation.

Wie das Wochenblatt schon berichtete, nähert sich der Kongress der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEN). Vom 17. bis zum 21. Mai werden sich  Vertreter nationaler Minderheiten aus ganz Europa in Rumänien treffen. Dabei wird auch die Ukraine zum Thema werden. Um sich darauf vorzubereiten, besuchte eine Gruppe des FUEN das Land, darunter auch VdG-Chef Bernard Gaida.

 

„Wir waren dort, um unsere Mitglieder zu unterstützen, deswegen haben wir uns als FUEN-Delegation mit den Vertretern der Minderheiten in Kiew getroffen. Es war eine Art `Runder Tisch`“, sagte über den Besuch, der Ende der vergangenen Woche stattfand, FUEN Präsident Loránt Vincze. Obwohl Besuche der FUEN in der Ukraine eher selten sind, haben die Minderheiten im Land tatsächlich eine besondere Aufmerksamkeit verdient. Vor allem die Situation der Krimtataren war schon bei vorherigen Treffen und Kongressen der Union ein viel diskutiertes Thema. Doch auch andere Minderheiten durften beim „Runden Tisch“ Akzente setzten. Die Deutschen waren in Kiew gleich doppelt vertreten. Als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten im Rahmen der FUEN begab sich der Chef des Verbandes der deutschen Gesellschaften Bernard Gaida in die Ukraine. Unterstützt wurde er von Wladimir Leysle, dem Vorsitzenden des ukrainischen Dachverbandes der deutschen Minderheit. Zwar gehören der Union offiziell nur drei Verbände in der Ukraine an, doch zahlreiche Volksgruppen sind in einem eignen Verein zusammengeschlossen – der Öffentlichen Vereinigung der Nationalitäten in der Ukraine. Diesem Verband gehören nach eigenen Angaben nach mehr als 50 andere Organisationen an.

 

Veranstalter des Treffens war die stark in der Ukraine vertretene ungarische Minderheit. Den Gastgebern scheinen die Gäste der Union wichtig zu sein, denn es kam unter anderem zu mehreren Treffen auf hoher Ebene. Die FUEN-Vertretung konnte beispielsweise an einer Kommissionssitzung des ukrainischen Parlamentes teilnehmen, wo man die nationale Strategie zu Menschenrechten kennenlernen konnte. Hinzu kamen Gespräche mit ukrainischen  Regierungsvertretern.

 

Die Schlussfolgerungen des Ukrainebesuchs liegen für FUEN-Präsident Vincze klar auf der Hand. Den Schlüssel zur Stabilisierung der jetzigen Lage der Krimtataren, aber auch anderer Minderheiten, die jetzt in einem Konfliktgebiet leben, sieht Vincze in der Zusammenarbeit aller Seiten: „Wichtig ist hier ein ständiger Dialog aller Minderheitengruppen, die an einer Kooperation interessiert sind. Die Minderheiten wollen eine stabile Gesellschaft und darauf muss man bauen“, so der FUEN Chef.

 

Łukasz Biły