An dem Workshop in Oppeln haben 15 Personen teilgenommen
Foto: A. Durecka

Otto Stern, Kurt Alder, Friedrich Bergius, Fritz Haber, Paul Ehrlich, Maria Goeppert-Meyer: die Namen dieser großartigen Wissenschaftler sind heute in Schlesien kaum bekannt, obwohl alle erwähnten aus dieser Region stammen und allesamt Nobelpreisträger sind. Das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit will die schlesischen Nobelpreisträger nun auch unter Lehrern bekannter machen.

 

Ein Laie erkennt noch auf der Liste der dreizehn Nobelpreisträger mit schlesischen Wurzeln vielleicht noch Gerhart Hauptmann, weil dem Schriftsteller ein Museum und Straßen gewidmet sind. Doch die anderen klugen Köpfe aus Schlesien gerieten schon vor Jahrzehnten in völlige Vergessenheit. Aus dem Dunkeln will sie nun das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit ans Tageslicht bringen. Aus diesem Anlass wurden letzte Woche zwei Workshops für Lehrer veranstaltet, die zum einen selber die Lebensläufe, Forschungs- und Tätigkeitsgebiete der schlesischen Nobelpreisträger kennen lernen sollten, zum anderen gemeinsam mit Trainer darüber nachdenken, wie sie ihr neu errungenes Wissen im Unterricht an die Schüler auf spannende Weise weiter vermitteln können.

 

Spannend für Schüler

 

Unter den Teilnehmern der Workshops, die in Gleiwitz und Oppeln, veranstaltet wurde, waren nicht nur Germanisten, sondern auch Geschichte-, Physik- und Chemielehrer. Nicht für alle war das Thema vollkommenen unbekannt. „Ich haben am Fremdsprachenkolleg studiert und während des Studiums hatte ich natürlich Möglichkeiten manche der schlesischen Nobelpreisträger kennen zu lernen. Ich hatte auch die Gelegenheit, eine Ausstellung zum Thema schlesische Nobelpreisträger zu sehen. Es war jetzt für mich also keine Überraschung, dass so viele Nobelpreisträger aus Schlesien stammen”, sagt Sabina Prokop, Deutsch- und Geschichtelehrerin. Für Kinder ist das Thema Nobelpreisträger aber kein einfaches, vor allem weil es um Wissenschaftler geht, die sich mit komplitzieren Problemem auseinander gesetzt haben. Deswegen haben die Teilnehmer des Workshops nach dem ersten Teil mit der Gruppenarbeit begonnen, wo sie versucht haben, Unterrichtsvorschläge zu verfassen.

 

Heimathelden kennen

 

„Ich werde auf jeden Fall versuchen, das Thema demnächst im Unterricht mit den Kindern zu behandeln. Die polnischen Nobelpreisträger kennen sie ja schon ziemlich gut. Sie sollten auch wissen, dass aus ihrer Heimat deutsche und jüdische Nobelpreisträger stammen. Mir persönlich ist Gerhart Hauptmann am nächsten, da er ein Humanist war und seine Werke und sein Leben werde ich bestimmt im Unterricht tematisieren”, so Sabina Prokop.

 

Die Workshops leitete Ewa Fugowska, methodischer Berater am Gleiwitzer Methodikzentrum und passionierte Schlesienkennerin. Mitveranstalter der Workshop war das Goethe-Institut.

 

Anna Durecka