Bei der Winterakademie im Schloss Wernersdorf (von links: Alfred Theisen, Arne Franke und das Ehepaar Ingrid und Hagen Hartmann). Foto: Johannes Rasim

Bei der Winterakademie im Schloss Wernersdorf (von links: Alfred Theisen, Arne Franke und das Ehepaar Ingrid und Hagen Hartmann).
Foto: Johannes Rasim

Am vergangenen Sonntag ging die Erste Winterakademie zu Ende. Neben literarischen Vorträgen, Exkursionen ins Hirschberger Tal sowie zum Kloster Grüssau, der Friedenskirche in Schweidnitz und nach Agnethendorf (Jagniątków), standen Gespräche über aktuelle Probleme aus dem Bereich Kultur und Politik Schlesiens. Die Veranstalter zogen eine positive Bilanz und wollen die Veranstaltung 2017 fortsetzen.

 

„Es ist keine wissenschaftliche Akademie. Vielmehr es ist eine Veranstaltung, wo in einem komfortablen Ambiente eines Fünf-Sterne-Schlosshotels in Schlesien exklusive Referenten authentische Informationen vermitteln, wie Bernard Gaida (VdG), Dr. Jerzy Gorzelik von der Autonomiebewegung in Oberschlesien (RAŚ) oder der Breslauer Museumsdirektor Maciej Łagiewski, der über den Umgang mit deutschem Kulturerbe im polnischen Schlesien sprach. Vom 12. bis zum 20. Februar fanden hier Exkursionen, Gespräche und Diskussionen über die Kulturgeschichte Schlesiens, die aktuelle Entwicklung und das deutsch-polnische Verhältnis mit Persönlichkeiten statt, über die man sonst nur über die Medien herankommt“, sagte der Initiator der Winterakademie Alfred Theisen (Senfkornverlag Görlitz).

 

Die Winterakademie bereicherten noch weitere hochkarätige Referenten: So sprach bei einem literarischen Abend der Dichter Johann Joseph Claßen (Arnsberg) über „Das Beste von Goethe und Eichendorff“ und bei einem Kamingespräch mit Arne Franke (Berlin), stellte dieser sein neues Buch „Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser – 150 niederschlesische Adelssitze im Portrait“ vor. Auf ein besonderes Interesse stießen die Ausführungen von Franke über den Ansichtenzeichner und –stecher Friedrich Bernhard Werner (1690-1776), der in seiner fünfbändigen Topographie des Herzogtums Schlesien mit etwa 3.000 Manuskriptseiten und mehr als 1.400 farbigen Aquarellen eine echte Goldgrube für die Kunst- und Geschichtswissenschaft im Allgemeinen und für die Forschung und Denkmalpflege in Schlesien im Besonderen darstellt. „Neben den Zeichnungen liefert uns Friedrich Bernhard Werner zahlreiche Informationen über die jeweiligen Schlösser, Wehranlagen, Klöster usw., die zum Teil gar nicht von der Forschung erfasst werden konnten, weil sie bereits Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr existent waren. Das Manuskript, diese wichtige ikonographische Quelle, wurde erst vor wenigen Jahren entdeckt. Mit Recht wird Friedrich Bernhard Werner auch der „schlesische Merian“ genannt“, erklärte Arne Franke.

 

Johannes Rasim