Das Schloss in Dobrau ( Dobra) ist schon fast 300 Jahre alt. Es wird oft „die zweite Perle“ in der Woiwodschaft Oppeln genannt. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde es lange renoviert. Nachdem nun ein Teil fertiggestellt wurde, konnte man das Schloss auch von innen besichtigen.

 

Hunderte von Menschen ließen es sich nicht entgehen, das Schloss in Dobrau zu besichtigen.
Foto: A. Polański

Schon eine Stunde vor dem Einlass warteten einige Besucher vor dem Tor. Das Schloss ist von außen schon fast fertig und innen ist es auch schon auf dem Niveau, dass man es ohne Sorge betreten kann. Der Tag der offenen Tür war so beliebt, dass im Laufe des Tages hunderte Menschen zur Besichtigung kamen. Die Besucherschlange zog sich über den ganzen Vorhof des Schlosses.

Geschichtsliebhaber aus der ganzen Umgebung, Familien mit Kindern, Bewohner des Dorfes warteten um den Eingangsbereich und den Ballsaal zu sehen. Das Innere erinnert noch an eine Ruine aber die Fotoausstellung zog die ganze Aufmerksam auf sich. Magdalena Chrząszcz erzählte den Besuchern die teilweise tragische Geschichte des Schlosses und seiner Einwohner.

„1750 wurde das Schloss im Barockstil gebaut und danach neogotisch renoviert. Hermann von Seherr-Thoß erbte das Schloss. Er lebte dort mit seiner Frau Margarete und seinen zwei Söhnen, die sie vor dem Ersten Weltkrieg in die USA schickten, aus Angst ihnen könnte etwas zustoßen. Ein Teil der Bewohner Dobraus bekam Arbeit im Schloss und konnte davon ein sehr gutes Leben führen. Als Anfang des Zweiten Weltkriegs die Gestapo vor dem Schloss erschien sprang die Gräfin aus dem Fenster und beging Selbstmord. Ihr Mann floh nach Österreich und das verlassene Schloss brannte nieder.“

Wenn die Renovierung abgeschlossen ist, soll im Dobrauer Schloss ein Wellness-Hotel entstehen.

 

Andrea Polański