Bei ihrer Hauptversammlung im Mai hatte die „Gesellschaft der Bevölkerung deutscher Abstammung in Thorn“ ihre Auflösung beschlossen. Diese Entscheidung hatte auch Folgen für andere Vereine – vor allem aber für ihre Ortsgruppe in Neumark (Nowe Miasto Lubawskie).

 


Die Gruppe aus Neumark beim Ostpreußischen Sommerfest.
Foto: Uwe Hahnkamp

 

 

Der Vorsitzende der Gesellschaft in Thorn Adam Sut hatte bereits seit einiger Zeit erklärt, nicht mehr für diesen Posten zu kandidieren. Bei der Wahlversammlung im Mai fand sich dennoch kein Nachfolger für den Vorsitz, weshalb die Versammlung die Auflösung der Gesellschaft beschlossen hat.

Da Thorn Mittler für finanzielle Mittel für andere Gesellschaften war, trifft dieser Schritt nicht nur die Deutsche Minderheit dort, sondern auch die Organisationen in Graudenz, Lessen und Lauenburg sowie die Ortsgruppe von Thorn in Neumark. Am 15. Juni trafen sich ihre Vertreter bei der „Gesellschaft der Bevölkerung deutscher Abstammung in Graudenz“ zur Beratung mit dem VdG-Vorsitzenden Bernard Gaida. Während die anderen Gesellschaften direkt abrechnen können, wurde Neumark durch den Thorner Beschluss mit aufgelöst und steht vor dem Nichts.

Die Neumarker Vertreter waren nicht in Thorn und sind vollkommen überrascht. „Wir erhielten die Nachricht erst am 23. Mai am Telefon in zwei kurzen Sätzen“, empört sich der Vizevorsitzende Edmund Tessmer. Die Vorsitzende Jadwiga Wiśniewska ergänzt: „Wir haben ein Konto und ein Lokal im Landratsamt. Das lässt sich nicht schnell ändern.“ Eine Registrierung als eigener Verein bei Gericht würde zu lange dauern, deswegen bleibt nur die Option, als Ortsgruppe Graudenz oder Osterode beizutreten. „Wegen der Verkehrsverbindungen würde sich eher Osterode anbieten, aber das müssen unsere Mitglieder entscheiden“, kündigt Jadwiga Wiśniewska an.

 

Uwe Hahnkamp