Der Cantate Chor mit Begleitung von instrumentaler Musik Foto: RCK.

Hand in Hand mit den Deutschen Freundschaftskreisen sind sie von Anfang an dabei – die Chöre der Deutschen Minderheit, die es in mehreren Woiwodschaften gibt. Gerade in der Woiwodschaft Schlesien feiern aber 2017 gleich mehrere Chöre ihr Jubiläum.

 

Keiner übermittelt die deutsche Identität so musikalisch wie die deutschen Chöre in Polen. Dies wissen etwa die Mitglieder des Chores Cantate aus Pawlau (Pawłów), der letztens sein 20-jähriges Jubiläum feierte. Schon seit Anfang seines Bestehens waren die Treffen des DFK Pawlau mit Musik verbunden. Die ersten Schritte im Jahr 1997 waren bescheiden: Ein kleiner Kreis und das Singen zur Akkordeonmusik von Henryk Lazar. Ganz neue Möglichkeiten ebnete den Hobbysängern der Besuch von Norbert Glatter aus Offstein, der die Deutschen aus Pawlau zum ersten Mal offiziell als Chor zu einem Konzert nach Deutschland eingeladen hat. Den offiziellen Namen – Liederkranz Cantate – hat sich der Chor noch im selben Jahr gegeben. Seit diesem Moment ist die Laufbahn des Chores eine Erfolgsgeschichte. Auftritte im In-und Ausland sowie Preise bei Wettbewerben der Deutschen Minderheit und nicht nur bei diesen hat Cantate schon auf seinem Konto. Diese Erfolge wurden am 11. Juni bei einem feierlichen Jubiläumskonzert gekrönt: „Alles Gute wünscht ihnen der ganze Vorstand des Kreisverbandes Ratibor“, richtete an die Mitglieder des Chores der Vorstandsvorsitzende des Kreises Waldemar Świerczek. Die Mitglieder der Chores selber sagen, es sei wichtig, „die ganze Musik unserer schlesischen Erde“ im Repertoire zusammenzubringen, deswegen singen sie sowohl auf Deutsch, als auch auf Polnisch und Latein.

 

Als der Cantate-Chor noch in den Startlöchern stand, waren andere Chöre der Woiwodschaft Schlesien schon längst am Singen. Ein Beispiel dafür kann der Chor „Heimat“ aus Stroppendorf (Ostropa) sein. Dort hat man gleich nach der Wende einen wahren deutschen Musikboom erlebt: „Wir entstanden aus der Initiative des damaligen DFK-Vorsitzenden Jerzy Gilner. Da haben sich wirklich viele Menschen zum Singen gemeldet. Am Anfang waren es bis zu 76 Leute!“, erinnert sich die heutige Leiterin von „Heimat“ Maria Gilner. Zwar trauert Maria Gilner heute dem alten Glanz des Chores etwas hinterher, denn wie sie zugibt „einige aktive Mitglieder sind ins Ausland gefahren und einige verstorben“, doch immer noch habe man „eine gute Situation“ und man „funktioniere weiter“. Tatsächlich hat der Chor einen guten Mix aus älteren und jungen Mitgliedern. Bei den künstlerischen Darbietungen von „Heimat“ ist Vielfalt Programm. Nach Maria Gilner singt der Chor „sowohl Volkslieder, wie auch etwas ernstere Musik“, mit dieser ist man schon im Inland aber auch etwa in Deutschland und Tschechien aufgetreten. Auch dieser Chor feierte im Juni sein Jubiläum unter der Schirmherrschaft des Vorsitzenden des DFK-Schlesien, Martin Lippa, dem als Gleiwitzer der Chor besonders nahe steht.

 

Beiden Chören, aber auch all den anderen, die in der letzten Zeit ihr Jubiläum feierten, kann man nur weiterhin viel Erfolg auf dem musikalischen Weg zu ihrer Identität als deutscher Chor wünschen.

 

Łukasz Biły