Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Monday, December 6, 2021

Singen in der fremden und eigenen Sprache

Bild: Uwe Hahnkamp

Der Konzertsaal des Osteroder-Schlosses war am 9. Juni Austragungsort für den 11. „Wettbewerb des deutschen Liedes“. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Gesellschaft der deutschen Minderheit „Tannen“ in Osterode mit dem Kulturzentrum der Stadt Osterode (Ostróda).

 

Altbekannte Gesichter und neue junge Sänger ergaben im Osteroder Schloss eine interessante Mischung. Am weitesten der knapp 100 Teilnehmer waren Künstler aus Littschen (Licze) und Wandau (Wandowo) im Kreis Marienwerder (Kwidzyn) angereist, doch auch aus Heilsberg (Lidzbark Warm.), Bielitz (Bielice) und Kauernik (Kurzętnik) kam erstmalig jemand zum Wettbewerb. Kandidaten aus Ortelsburg (Szczytno), Wieps (Wipsowo)  und Liebemühl (Miłomłyn) sind hingegen regelmäßig dabei.

 

Besondere Aufmerksamkeit verdienten die Schüler der Grundschule Nr. 2 in Allenstein (Olsztyn) bei ihrem ersten Auftritt unter anderem mit dem „Niko-Rap“. Die 14 Mädchen und Jungen lernen nämlich gerade ein Jahr Deutsch und zwar in einer Gruppe mit Deutsch als Minderheitensprache. Einige von ihnen singen also nicht in einer Fremd-, sondern in der Muttersprache. Das gilt auch für die Schwestern Wiktoria und Monika Krzenzek aus Ortelsburg, die seit Jahren in den Kategorien Grundschule und Erwachsene auftreten.

 

In diesem Jahr dominierten Lieder von Helene Fischer, doch auch Nenas „99 Luftballons“, „Schnappi, das kleine Krokodil“ und „Biene Maja“ durften im Programm nicht fehlen. Anna Zapaśnik-Baron vom Kulturzentrum Osterode, die deutsche Journalistin Brigitte Jäger-Dabek sowie Magdalena Czajkowska, die Initiatorin des Wettbewerbs des deutschen Liedes von der Gesellschaft der deutschen Minderheit „Tannen“, beurteilten die Sänger nach korrekter Sprache, musikalischer Richtigkeit und Ausführung sowie dem allgemeine Auftritt. Das größte Qualitätsgefälle gab es wie üblich in der Kategorie Gymnasium, in der sechs Solistinnen und drei Gruppen miteinander konkurrierten. Einen sehr guten Eindruck hinterließen dabei Amelia Dubanowska aus Bielitz mit „Keine Grenzen“, sowie Julia Kamińska aus Wandau und Aleksandra Klimczak aus Ortelsburg, die beide das Lied „Bedingungslos“ interpretierten.

 

Für die finanzielle Unterstützung des Projekts bedanken sich Organisatoren und Teilnehmer beim Ministerium für Inneres und Verwaltung in Warschau, dem Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Danzig und dem Marschallamt der Woiwodschaft Ermland-Masuren.

 

Text: Uwe Hahnkamp

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