Zur Stärkung der Multikulturalität in der Woiwodschaft Oppeln wird alle drei Jahre die „Goldenen Brücke des Dialogs“ verliehen. In diesem Jahr ist es wieder soweit. Noch bis zum 18. August können Sie Personen und Institutionen nominieren.

 

Im Jahr 2016 ging der Preis an das Deutsch polnische Jugendwerk (DPJW) Foto: Marie Baumgarten

 

 

Wer mit der „Goldenen Brücke des Dialogs“ ausgezeichnet wird, muss etwas Großes in Sachen Verständigung  geleistet haben. Unter den Preisträgern sind immerhin die verstorbenen Bundeskanzler Helmut Kohl und Premierminister Tadeusz Mazowiecki. Bei der letzten Verleihung im Jahr 2016 erging der Preis an das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) – eine internationale Organisation, die 1991 gegründet wurde. Sie fördert mittlerweile über 3000 deutsch-polnische Projekte im Jahr, darunter Schüleraustausche und Praktika. Immer öfter sind auch Drittländer wie die Ukraine und Weißrussland beteiligt. Die Mission: durch persönliche Kontakte Vorurteile über den Nachbarn abbauen, einander verstehen lernen und die Erfahrung an die Folgegeneration weitergeben.

Auch jahrzehntelange Kontakte zwischen den Institutionen in Polen und Deutschland partizipieren an den Projekten. Paradebeispiel ist die seit 25 Jahren andauernde Partnerschaft zwischen dem Mainzer Willigis-Gymnasium und der Oppelner Chopin-Musikschule. „Musik verbindet“, sagt Pawel Moras. „Aber unser eigentliches Ziel ist, dass aus gemeinsamen Proben und Konzerten Freundschaften entstehen, die bestehen bleiben“, meint Moras, der das DPJW-Büro in Warschau leitet. Freundschaften knüpften auch die Lehrer beider Schulen, Hannelore Swartman aus Mainz und Hubert Prochota aus Oppeln. 2016 dirigierte Frau Swartman in der Oppelner Philharmonie ihr letztes Konzert, sie hat sich in den Ruhestand verabschiedet, aber den Kontakt mit ihrem polnischen Kollegen wolle sie weiter pflegen.

Den Preis vergibt das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit gemeinsam mit dem Marschallamt neben einer Ehrenauszeichnung in den Kategorien „Mensch“, „Institution“ und „Organisation“ seit 2010 alle drei Jahre. Hubert Prochota, der seit damals den Austausch mit dem Mainzer Nachfolger weiterführt, wurde 2016 mit der „Brücke des Dialogs“ in der Kategorie „Mensch“ ausgezeichnet.  In der Kategorie „Organisation“ wurde der Preis damals an den Verein Malapanetal vergeben, als „Institution“ wurde die Eichendorff-Schule in Solarnia, die selbst die finanzielle Förderung des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes in Anspruch nimmt, geehrt. „Dass Institutionen ausgezeichnet werden, deren Projekte wir fördern, macht uns sehr stolz und glücklich. Das ist für uns die größte Auszeichnung“, sagt Moras.

 

In diesem Jahr können Sie wieder Personen und Institutionen für die Auszeichnung nominieren. Anträge nimmt das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit bis zum 18. August entgegen. Mehr Infos unter www.haus.pl oder magdalena.prochota@haus.pl

 

 

Marie Baumgarten

 

 

Hervorhebung: Ehrenauszeichnung wird neben den Kategorien „Mensch“, „Institution“ und „Organisation“ seit 2010 alle drei Jahre vergeben.