Das Museum für Volksbaukunst – ethnographischer Park in Hohenstein (Olsztynek) und die dortige Stadtbibliothek stellten im Konferenzsaal des Hohensteiner Rathauses das Buch „Geschichte des Ostpreußischen Heimatmuseums in Königsberg“ in der deutschen und polnischen Version vor. Der erste Band der „Seria pod sparogami“ widmet sich den Anfängen des Museums.

 

 

Vortrag im Ratssaal des Rathauses von Hohenstein am Mikrophon Wiesława Chodkowska, daneben Monika Sabljak-Olędzka
Foto: Uwe Hahnkamp

 

 

Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Interesse an Volkskultur und regionaler Architektur zunahm, schuf der Schwede Artur Hazelius in Stockholm das Freilichtmuseum Skansen, das Vorbild für viele derartige Einrichtungen wurde. In Königsberg entstand auf Initiative vor allem des Denkmalpflegers der Provinz Richard Dethlefsen im Jahr 1913 das Ostpreußische Heimatmuseum. Als das Gelände im Zoo in Königsberg zu klein wurde, verlegte man das Museum komplett nach Hohenstein. Aus diesen Anfängen wuchs seither das heutige Museum für Volksbaukunst Skansen.

 

 

Kopien, Umzug und Originale

Die Gebäude des Ostpreußischen Heimatmuseum waren, so die Kustodinnen des Museums in Hohenstein und Autorinnen des Buchs Wiesława Chodkowska und Monika Sabljak-Olędzka, lediglich Kopien von Bauwerken in verschiedenen Regionen Ostpreußens. Die systematische Bestandsaufnahme im Vorfeld jedoch war bewundernswert. „Die genauen Aufrisse und Detailzeichnungen zum Teil im Originalmaßstab sind bis heute Grundlage unserer Arbeit, etwa, wenn ein zerstörtes Gebäude wieder errichtet werden soll“, lobt Wiesława Chodkowska.

 

Das Buch zum ostpreußischen Heimatmuseum in Königsberg – deutsche Version (links die polnische Version, rechts das Buch zu 100 Jahren des Freilichtmuseums Hohenstein)
Foto: Uwe Hahnkamp

 

 

Eine Besonderheit des Ostpreußischen Heimatmuseums und heutigen Skansen in Hohenstein ist der Umzug in den Jahren 1938-1942. „Unser Museum ist sicher das einzige seiner Art, das während seines Bestehens komplett den Ort gewechselt hat“, betont die Direktorin der Einrichtung Ewa Wrochna stolz. Für damalige Zeiten eine logistische Meisterleistung, waren doch 26 Gebäude ab- und wieder aufzubauen. Auf Photos von damals erkennt man Häuser, die zum Teil heute nicht mehr existieren, französische Kriegsgefangene, die beim Ab- und Aufbau mitarbeiten und vor allem eine karge Landschaft. „Damals waren noch keine Bäume gesetzt, keine Zäune errichtet, noch kein gestaltetes Gelände wie heute“, erklärt Monika Sabljak-Olędzka. Von den ursprünglichen Gebäuden sind noch zwölf erhalten und diese somit über 100 Jahre alt, die weiteren Bauwerke kamen nach dem Zweiten Weltkrieg dazu. Diese sind dann zumeist Originale, die durch ihre Verlegung in den Skansen vor der Zerstörung bewahrt werden konnten.

 

Das Buch „Geschichte des Ostpreußischen Heimatmuseums in Königsberg“ von Wiesława Chodkowska, Monika Sabljak-Olędzka und Zuzanna Adamiec ist in der „Seria pod sparogami“ des „Museums für Volksbaukunst – ethnographischer Park in Hohenstein“ erschienen und in polnischer und deutscher Version beim Museum erhältlich. Weitere Informationen zum Museum unter www.muzeumolsztynek.com.pl

 

 

 

Uwe Hahnkamp