Bereits zum zehnten Mal zeigten Frauen, die sich im Haus Kopernikus anlässlich der Werkwoche versammelten, ihre Geschicklichkeit. 26 Projektteilnehmerinnen aus unterschiedlichen Verbänden der deutschen Minderheit in Ostpreußen hatten die Gelegenheit im Sitz der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit ihre Fertigkeiten zu vervollkommnen.

 

Die bereits zum 10.Mal in Allenstein organisierte Werkwoche stand unter dem Motto “Erhalten, gestalten, weiterentwickeln”
Foto: Dawid Kazański

 

Manche der Werkstättenteilnehmerinnen schufen schöne gemusterte Handschuhe und Tücher, indem sie Doppelstricken verwendeten – eine ostpreußische Stricktechnik, bei der auf der Vorderseite das Positiv- und auf der Rückseite Negativ-Muster entsteht. Während andere Damen mustervolle Schals, Taschen oder Mützen stickten oder häkelten, beschäftigten sich die Projektteilnehmerinnen in einem anderen Team mit der mühsamen, aber prachtvollen Kunst des Webens mit Webrahmen. Auf den Arbeitstischen fesselten Weißstickereien wie Decken oder Tischläufer die Aufmerksamkeit. Bei dieser Handarbeit wird ein Muster aufgebracht, umnäht, gekettelt, anschließend werden, je nach Muster, Fäden gezogen und genäht. Gute Augen und eine ruhige Hand sind neben Geduld und Zeit Voraussetzungen.

 

 

Die bereits zum 10. Mal in Allenstein organisierte Werkwoche knüpfte an die Traditionen und Bräuche Ostpreußens an und stand unter dem Motto: “Erhalten, gestalten, weiterentwickeln”. Diese Worte waren auf einem schwarz-weißen reichlich gemusterten Jostenband zu sehen. Dabei sei zu erwähnen, dass bunte Jostenbänder im nördlichen Ostpreußen zu Trachten als Gürtel und als Schmuck getragen wurden. Vor der Erfindung der mechanischen Weberei mussten diese Garderobenstücke mithilfe eines Webekamms vorbereitet werden.

 

 

Die Werkwoche leitete die Bundesvorsitzende der ostpreußischen Frauenkreise, Uta Lüttich aus Thorborg, die sich in Allenstein, wie sie immer betont, wie zu Hause fühlt. Am letzten Projekttag dankte sie den Werklehrerinnen Gudrun Breuer und Liesa Rudel, die die Projektteilnehmerinnen zu Höchstleistungen motivierten und die Web- sowie Strickkunst mit Liebe, Ausdauer und viel Geduld während der Werkstätte vermittelten. Es entstanden gestrickte und gewebte Kunstwerke, die anschließend auf einer Ausstellung präsentiert wurden und für die sich die Gäste begeisterten. Auf dem großen Ausstellungstisch waren unterschiedliche Erzeugnisse zu bewundern, die mit der Hand nach den altbekannten Techniken und Vorbildern von einst in Ostpreußen lebenden Vorfahren angefertigt wurden. Ohne Zweifel dient die Werkwoche der Weitergabe von ostpreußischem Brauchtum und wird in zwei Jahren wieder stattfinden. Der Veranstalter der Handwerkswochen ist Landsmannschaft Ostpreußen.

 

Dawid Kazański