Am ersten Frühlingstag luden viele Oberschulen in Oppeln zum „Tag der offenen Tür“. Es geht darum, dass die jüngeren Schüler aus dem Gymnasium sich an dem Tag die Schule genau anschauen können. So auch die bilinguale Klasse im 2. Lyzeum in Oppeln. Deutsche Musik zum Mitsingen, Sprachtests und Leckereien, die mit Deutschland assoziiert werden zum Probieren, haben die Lyzealisten vorbereitet.

Bei individuellen Gesprächen können die Gymnasiasten den älteren Schülern Löcher in den Bauch fragen
Foto: Manuela Leibig

 

 

Jetzt organisieren sehr viele Schulen am 21. März den „Tag der offenen Tür“, aber vor ca. zehn Jahren waren wir die ersten, die auf die Idee gekommen sind“, sagt die Direktorin des Zweiten Lyzeums Agata Smoleń. Nach und nach kamen andere Schulen hinzu, denn wenn die Gymnasiasten aus den von Oppeln weiter entfernten Orten der Woiwodschaft schon die Schule schwänzen um die zukünftige auszuwählen, dann schauen sie auch gleich bei mehreren vorbei. „In der Schule ist heute viel los, und das freut mich, doch am besten gefällt mir der Tag davor, wo die Schüler alles vorbereiten, miteinander sprechen und dabei mächtig viel Spaß haben“, sagt die Direktorin stolz.

 

 

Interesse konstant groß

 

Die Schüler bemühen sich jedes Jahr ein etwas anderes Angebot vorzubereiten: „Auch die Ansprüche der Gymnasiasten ändern sich im Laufe der Jahre, manche Profile müssen wir abschaffen, weil sie nicht mehr so populär sind und neue erschaffen.“ Konstant erhalten bleibt das Interesse an der bilingualen Klasse: „Es sind ziemlich viele Jugendliche die bei uns vorbeischauen, wir sind selbst überrascht“, sagt Deutschlehrerin Karina Sawulska. Angeboten wurde einiges, doch am wichtigsten sind individuelle Treffen mit den jüngeren Schülern, sagt Simone Jendrzej aus Antonia (Antoniów). Sie und ihre Freundinnen haben beide Dirndel angezogen und standen den Besuchern Rede und Antwort.

 

 

Deutsch öffnet Türen

 

Lisa Eisele aus Michelau (Michałów) entschloss sich für die deutschsprachige Klasse vor zwei Jahren und bereut es nicht: „Eigentlich ist es hier ganz gut, ich habe hier ganz viele neue Freunde kennengelernt, die Lehrer unterrichten auch gut“, sagt die Schülerin. „Wir haben auch viele Wettbewerbe an denen wir teilnehmen können, Schüleraustausche mit Schulen aus Deutschland und Ausflüge“, zählt Lisa auf. In der ersten Klasse haben die Schüler fünf Stunden Deutsch pro Woche, in der zweiten sind es schon acht. Hinzu kommen noch Fächer in Deutsch wie Erdkunde oder Geschichte. Die zweite Pflichtsprache ist Englisch, davon gibt es drei Unterrichtsstunden pro Woche auf dem Grundniveau. Der Abschluss der deutschsprachigen Klasse eröffnet den Weg an alle Universitäten.

 

 

Manuela Leibig