Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Thursday, August 18, 2022

Tragische Kinderschicksale

Foto: Zahlreiche Kränze wurden am Gedenkstein in Rehbock niedergelegt. Foto: Generalkonsulat Danzig.
Foto: Zahlreiche Kränze wurden am Gedenkstein in Rehbock niedergelegt. Foto: Generalkonsulat Danzig.

Es ist eine der weniger bekannten Tragödien des Deutschen Ostens: Am 5. März 1945 sind 80 deutsche Kinder, die vor dem Einmarsch der Roten Armee in Pommern mit dem Flugzeug gerettet werden sollten, in den Tod gestürzt. Jetzt soll ein Gedenkstein vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge an dieses Ereignis erinnern.

 

„Heute hier diesen Gedenkort einweihen zu können, hat eine außergewöhnliche Bedeutung. Es geht um Kinder. Kinderschicksale wiederum berühren uns in besonderer Weise“, sagte während der Enthüllung des Gedenksteines der Präsident des Volksbundes Markus Meckel. Meckel sprach über das Unglück des Flugzeuges Dornier DO-24. Mit solchen Flugzeugen evakuierten die deutsche Luftwaffe die zivile Bevölkerung, vor allem Kinder aus Pommern im Winter 1945, als die Rote Armee vor dem Einmarsch stand. Während die Schiffsunglücke der Gustloff und von Steuben durch Berichte, Bücher und Filme bekannt sind, wissen  vom  Flugzeugabsturz und dessen tragischen Folgen nur wenige. Alle Passagiere des Flugzuges, das höchstwahrscheinlich wegen Überladung in den Kamper See (Jezioro Resko) gestürzt ist, sind auf der Stelle ums Leben gekommen; das Wrack des Flugzeuges liegt immer noch auf dem Grund des Sees.

 

Der Gedenkstein, der in der Ortschaft Rehbock (Rogów) aufgestellt wurde, ist ein Mahnmal für die Ewigkeit. Einen Beitrag zur Erinnerung an die Opfer wollte auch die Jugend leisten. Deshalb veranstaltete der Volksbund sowohl für deutsche als auch für polnische Schüler aus dem nahe Rehbock liegenden Treptow (Trzebiatów) eine Reihe von Workshops und Vorträge, bei denen man die Geschichte des Flugzeugunglücks von 1945 kennenlernen konnten. Das führte dazu, dass Jugendliche an der Feier der Enthüllung des Gedenksteins teilnahmen und auch eine kleine Ausstellung zu diesem Thema gestalteten.

 

Während der Feierlichkeit am 5. März haben beide Seiten – sowohl die deutschen wie auch die polnischen Vertreter – unterstrichen, wie wichtig gemeinsame Gedenkinitiativen sind. „Je mehr Respekt wir hier in Pommern gegenüber den Unglücksopfern zeigen, desto mehr Respekt wird man den polnischen Opfern im Osten zeigen“, sagte der deutsche Honorarkonsul aus Stettin Bartłomiej Sochański über die Initiative.

 

Im Rahmen der Aktion „Kinderlandverschickung“ hat man 1945 per Flugzeug insgesamt 2.000 bis 3.000 Menschen aus Pommern in den Westen des Reiches evakuiert. Das Unglück am Kamper See war die größte Katastrophe dieser Art im Rahmen der Initiative.

 

Das Wrack des Flugzeuges Dornier DO-24 befindet sich ungefähr zwei Meter unter der Seeoberfläche. Im Laufe der Jahre gab es verschiedene Initiativen die Maschine zu bergen, die jedoch noch nicht realisiert wurden.

 

Łukasz Biły

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