In den letzten Wochen besuchten wir wenig populäre Strecken in niedrigen Gebirgsketten. Es wird mal wieder Zeit etwas höher zu klettern und eine der schönsten Gegenden des Riesengebirges zu besuchen.

 

Die Schlingelbaude verbrannte zwar vor einem halben Jahrhundert, die Riesenberger Heide bietet jedoch Ausblicke auf die Berghütten, die wir als nächstes besuchen. Łukasz Malkusz

 

 

Unsere Wanderung beginnen wir in Brückenberg (Karpacz Górny), das ein Stadtteil von Krummhübel (Karpacz) ist. In der Gegend gibt es mehrere Parkplätze, wir empfehlen die, die nicht weit von der Kirche Wang entfernt sind. Dieses für die Sudeten einzigartige Gotteshaus wird der erste Punkt unserer Wanderung.

 

 

Ein einzigartiges Gotteshaus

Die Stabholzkirche wurde im Mittelalter am norwegischen See Vang errichtet. Als in der abgelegenen skandinavischen Gegend 1840 ein neues Gotteshaus eingeweiht wurde, kaufte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. die Stabholzkirche aus Kiefernholz. Sie wurde in ihre Einzelteile zerlegt und über Stettin (Szczecin) auf Initiative der Gräfin Friederike von Redern nach Brückenberg gebracht. Die Rekonstruktionsarbeiten dauerten zwei Jahre, bis im Juli 1844 die Kirche feierlich eingeweiht wurde.

 

Die Kirche Wang liegt am blauen Wanderweg, der uns bis ans Ziel unseres Spaziergangs führen wird. Die Route führt an einer robusten Waldstraße entlang – auf diese Weise fühlen sich 200 Meter Höhenunterschied wie viel weniger an. In einer Stunde ist man dann auf der Riesenbeger Heide angelangt.

 

Die Wang Kirche ist seit 1844 eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Riesengebirges. Foto: Łukasz Malkusz

 

 

Spuren der Wanderer des 19. Jahrhunderts

Seit dem 17. Jahrhundert wurden hier Berghütten gebaut, die allerdings über 200 Jahre lang nur Hirten dienten. Das änderte sich im 19. Jahrhundert, als immer öfter Wanderer diese Route nutzen, die zum populärsten Weg auf die Schneekoppe wurde. Die älteste dieser Berghütten, die 1670 errichtete Schlingelbaude, wurde darauf zu einem Berghotel umfunktioniert.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg sind die anderen Gebäude verschwunden, die Berghütte mit der größten Tradition funktionierte jedoch weiter, bis zum Dezember 1966, als sie komplett ausbrannte. Heute sind nur noch Reste der Fundamente der Schlingelbaude übrig, trotzdem ist die Heide ein populärer Ort, wo sich an freien Tagen tausende Touristen erholen.

 

Hier befindet sich auch die Kreuzung mehrerer Wanderwege. Indem man den blauen, den gelben oder den grünen Zeichen folgt, kann man von hieraus verschiedene Teile des Riesengebirges besuchen. Wir bleiben auf dem blauen Wanderweg, der uns zum Kleinen Teich, einer der schönsten Ecken des Riesengebirges führen wird und danach andere historische Berghütten besuchen lässt, die bis heute funktionieren.

 

Forstsetzung folgt.

 

Łukasz Malkusz