Ende Januar wird in Oppeln traditionell das Neujahrskonzert des Deutschen Konsulats veranstaltet. Seit einigen Jahren ist auch das Marschallamt der Woiwodschaft Oppeln Mitorganisator, und auf der Bühne zeigen junge Musiker aus Polen und Deutschland ihr Können.

Die jungen Musiker spielten klassische Musik, Stücke aus Musicals und Pop-Songs. Foto: R. Urban

 

 

In diesem Jahr hatten die Musiker der Symphonieorchester des Willigis-Gymnasiums in Mainz und der Oppelner Musikschule wieder ein buntes Programm vorbereitet, bei dem klassische Musik von Dmitri Schostakowitsch und Johann Strauß genauso ihren Platz gefunden hat, wie Stücke aus beliebten Musicals und Lieder der bekannten Pop-Gruppe Abba. Bereits seit Jahren sind es die Jugendlichen aus den beiden Partnerregionen, die das Neujahrskonzert gestalten und für die Organisatoren als Symbol der Verständigung dienen. “Was sie verbindet ist die Musik, eine universelle Sprache, in der sie sich verständigen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen”, sagte zu Beginn des Konzertes Oppelns Woiwodschaftsmarschall Andrzej Buła.

 

 

Doch nicht nur die Musik stand auf dem Programm des Konzerts, sondern auch die derzeitige Lage der deutsch-polnischen Beziehungen. Darüber sprach in ihrer Eröffnungsrede die deutsche Konsulin in Oppeln Sabine Haake, die u.a. auf die im Land lebende deutsche Minderheit als wichtige Brücke hingewiesen hat. Aber auch das in diesem Jahr in Polen gefeierte Jubiläum des 100. Jahrestages der Unabhängigkeit stand im Fokus der Rede der Konsulin. “Der Erste Weltkrieg sollte einer sein, der alle Kriege beendet, doch eine dauerhafte Friedensordnung wurde nicht genutzt, denn 20 Jahre später brach ein weiterer Krieg aus, der noch verheerender war”, sagte Sabine Haake. Dabei sei es heute wichtig, neben dem Gedenken an die Opfer auch die Wahrung des Friedens, des internationalen Völkerrechts und der Rechtsstaatlichkeit zu fordern, was allerdings nicht im Alleingang zu schaffen sei. “Dies geht nur mit Partnern im Osten und Westen Europas und auch die Stimme Polens mit seinen eigenen Erfahrungen ist wichtig auf dem Weg in ein friedliches Europa”, sagte die Konsulin und fügte hinzu: “Wir haben nur gemeinsam die Chance die Zukunft zu gestalten. Was uns eint, ist stärker als das, was uns trennt.”

 

 

Rudolf Urban