Jedes Jahr organisiert die Samuel Linde Fremdsprachen-Hochschule in Posen (Poznań) die landesweite Deutscholympiade. Dieses Jahr fand sie schon zum 42. Mal statt. Über 19.000 Schüler aus ganz Polen nahmen an ihr teil.

 

 

Am Finale in Posen nahmen fast 30 Jugendliche aus Schlesien teil.
Andrea Polański schaffte es aufs Treppchen, auf Platz zwei.
Foto: Ökonomischer Schulverband in Oppeln

 

 

Vom 29. bis zum 31. März fand in Posen das Finale der Olympiade statt. Aus all den zahlreichen Teilnehmern wurden die 83 besten ausgewählt und in die Hauptstadt Großpolens eingeladen. Natürlich durften unter den Schülern Teilnehmer aus Oberschlesien nicht fehlen. Fast 30 Jugendliche haben sich für die Landesetappe qualifiziert.

 

 

Breites Wissen gefragt

Die finalen Prüfungen bestanden aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Am Tag der Anreise wartete auf die Deutschkenner ein anspruchsvoller Text. Sie mussten auf diesen bezogene Fragen beantworten sowie andere Aufgaben lösen. Am zweiten Tag fand die mündliche Prüfung statt. Um anzutreten musste man Landeskunde, Politik, Geschichte und Kultur der deutschsprachigen Länder beherrschen. Außerdem mussten die Schüler Klassiker der deutschen Literatur kennen und sie auch interpretieren können.

Laura Szafarczyk aus Ratibor konnte selbst wählen worüber sie mit den Kommissionen sprechen möchte. „Ich wurde danach gefragt, welche Themen ich spannend finde, worüber ich gerne erzählen möchte. Wenn es um Geschichte geht, habe ich über die Wirtschaft in Deutschland in den Jahren 1945-49 gesprochen. Aus der Literatur habe ich mir zwei meiner Lieblingsbücher ausgesucht, nämlich „Jakob der Lügner“ und „Der zerbrochene Krug“. Wenn es um den praktischen Teil geht, habe ich das Thema Stereotypen gewählt, weil es mir, als ein Mensch, der zwei Identitäten hat, also polnisch und deutsch, sehr nahe steht.“

 

Deutsch ist lebendig

An der Olympiade waren verschiedene Organisationen beteiligt. Auch die Botschaften der deutschsprachigen Länder waren Patronen des Wettbewerbs. Dies sollte zeigen, dass Deutsch nicht nur mit Deutschland identifiziert werden soll, sondern auch mit Österreich und der Schweiz, wie es Lukas Schifferle, Wirtschaftsrat der Schweizerischen Botschaft erwähnt. „Das besondere an der deutschen Sprache ist die Vielfalt, da sie in mehreren Ländern gesprochen wird. Es gibt so viele Dialekte, Einflüsse, bei uns in der Schweiz kommen sie zum Beispiel aus Frankreich. Deutsch ist eine lebendige Sprache bis heute.“

 

Die besten aus der Minderheit

Am Finale in Posen nahmen fast 30 Jugendliche aus Schlesien teil. Alle Schüler erhielten den Titel eines Finalisten, da alle die Mindestgrenze von 50% Punkten überschritten haben. Die ersten 15 Plätze erhielten zudem noch den Preisträger-Titel. Unter den besten fünf waren drei Personen aus der deutschen Minderheit. Laura Szafarczyk aus dem 1. Lyzeum in Ratibor schaffte es auf den fünften Platz, Wiktoria Ernst aus dem 2. Lyzeum in Oppeln hat den dritten Platz erreicht und Andrea Polański aus dem ökonomischen Technikum in Oppeln erlangte den zweiten Platz.

 

Klara Larysch