Der Oppelner Marschall Andrzej Buła (re.) würdigt Dr. Christoph Bergner mit der Medaille für die Verdienste um die Woiwodschaft. Foto: Urząd Marszałkowski Województwa Opolskiego.

Dr. Christoph Bergner war zwischen 2006 und 2013 Bundesbeauftragter für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Bei den letzten Bundestagswahlen trat er nicht mehr an und ist seitdem in politischer Rente. Für seinen Einsatz für die Oppelner Region wurde er diese Woche vom Oppelner Marschall mit der Medaille für die Verdienste um die Woiwodschaft geehrt.

 

Sichtlich gerührt über die Auszeichnung sagte Dr. Christoph Bergner noch vor der Verleihung: „Ich bin jetzt seit wenigen Tagen Rentner und wenn man da noch einmal eine Anerkennung für die Arbeit, die man vorher getan hat, bekommt, freut einen das besonders. Es freut mich aber auch, weil ich zu dieser Region eine besondere innere Verbindung habe, auch zur Deutschen  Minderheit hier. Und wenn das eine solche Würdigung gefunden hat, dann bin ich sehr dankbar dafür.“

 

Christoph Bergner, der ehemalige Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, erhielt heute die Medaille für Verdienste um die Woiwodschaft Oppeln. Sehen Sie hier seine Dankesrede

Opublikowany przez wochenblatt.pl na 6 listopada 2017

 

Für die Minderheit

 

Die Initiative für die Würdigung Bergners ging von der Oppelner Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen und dem Sejmabgeordneten der Deutschen Minderheit Ryszard Galla aus, weshalb während der Verleihung auch seine Verdienste für die Deutschen in Polen hervorgehoben wurden. Dazu zählten laut Bernard Gaida, dem Vorsitzenden des Verbandes deutscher Gesellschaften in Polen, vor allem die Arbeit des deutsch-polnischen Runden Tisches, die während der Amtszeit Bergners als Minderheitenbeauftragten aufgenommen und bis 2015 dann geführt wurde. Ein anderes wichtiges Feld der Unterstützung war aber auch die Hilfe für das Bildungswesen der deutschen Minderheit in der Oppelner Region, vor allem für den Verein Pro Liberis Silesiae, der mittlerweile drei Schulen und Kindergärten in der Woiwodschaft in Trägerschaft hat.

 

Darüber hinaus betonte Bernard Gaida die finanzielle Förderpolitik der Bundesregierung für die Deutschen in Polen, deren Grundstein zu Zeiten Bergners im Bundesinnenministerium gelegt worden sei. Der Abgeordnete Ryszard Galla hob dagegen die Hilfe Bergners für das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit an, das seinerzeit in einen finanziellen Engpass geraten war, heute allerdings wieder für die Menschen in Oberschlesien und die deutsch-polnischen Beziehungen tätig sein kann.

 

Für die Region

 

Die finanzielle Unterstützung sprach während seiner Laudatio auch der Oppelner Vizemarschall Dr. Roman Kolek an. „Dank der Bemühungen Dr. Bergners erhielt die Stiftung für die Entwicklung Schlesiens z.B. finanzielle Mittel, die vor allem unseren regionalen Unternehmen und den Landwirten zugute kamen“, sagte Kolek. Doch auch die Unterstützung für die ausgereisten Oppelner sei für Christoph Bergner ein wichtiges Anliegen gewesen, damit sich die Menschen in ihrer neuen Umgebung integrieren. „Sie besuchen oft unsere Region, wissen um die hiesigen Probleme und unterstützten Vertreter der Woiwodschaft bei deren Besuchen in Berlin und generell auf internationaler Ebene“, unterstrich Viyemarschall Kolek.

 

Diese Unterstützung wird Dr. Christoph Bergner wohl auch weiterhin leisten können, denn obwohl er seit der letzten Bundestagswahl nicht mehr Abgeordneter ist, bleibt er weiterhin politisch aktiv. „Ich bin immer noch und bleibe CDU-Mitglied und Delegierter der Parteitage, sodass ich mich nicht ganz zurückziehen werde“, sagte Christoph Bergner.

 

Rudolf Urban