Maciej Mazur bei der Ausstellungseröffnung Foto: Johannes Rasim

Maciej Mazur bei der Ausstellungseröffnung
Foto: Johannes Rasim

Nach der überaus erfolgreichen Ausstellung zur Erinnerung an die zwei verlustreichsten Schlachten des Ersten Weltkrieges bei Verdun und an der Somme, wurde nun im Rathaus von Peiskretscham (Pyskowice) eine Ausstellung zur Biertradition eröffnet. Auch diese Ausstellung über die Braukunst in Peiskretscham und Umgebung erfreut sich einer großen Beliebtheit.

 

Vor 500 Jahren, am 23. April 1516, wurde für das Herzogtum Bayern eine neue Landesordnung erlassen, die ein Reinheitsgebot für das Brauen von Bier festlegte. Seit 1995 findet jährlich am 23. April ein sogenannter „Tag des Deutschen Bieres“ statt, mit dem die deutsche Brauwirtschaft an das Reinheitsgebot erinnert. Aus diesem Anlass wurde im Rathaus von Peiskretscham die Ausstellung „Bierbrauereien in Peiskretscham und Tost“ (Browary miast Pyskowic i Toszka) eröffnet, die noch bis zum 24. Mai zu sehen ist.

 

Neben zahlreichen Originalexponaten wie Werbeplakaten, Urkunden, Korrespondenz der oberschlesischen Brauereien, aber auch Bierdeckel und Flaschen, werden Bildreproduktionen von Gaststätten und Kneipen gezeigt, die das in Peiskretscham und Tost gebraute Bier ausgeliefert haben. Der Besucher findet auch zahlreiche Quellen über die Peiskretschamer Brauereinen: „Die ersten Hinweise, die sich auf Bierbrauereien in Peiskretscham beziehen, gehen auf das Jahr 1783 zurück. 1829 versucht die Stadt Peiskretscham mit Hilfe von Anzeigen, die im „Der oberschlesische Wanderer“ geschaltet wurden, eine Brauerei an jemand von Auswärts zu verpachten“, erklärt der Kurator der Ausstellung Maciej Mazur.

 

Zu den wichtigsten Brauereien in Peiskretscham werden gezählt: Ludewig, Goretzky, Leopold Klose, Wilhelm Heinze P. Kania. „Im 19. Jahrhundert gab es in Peiskretscham mindestens noch zwei Brauereien, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts existierten und im Konkurrenzkampf mit Bierbrauereien aus Gleiwitz (Gliwice), Tost und Groß Strehlitz (Strzelce Opolskie) unterlagen. Dann nämlich übernahm eine Groß Strehlitzer Brauerei die letzte verbliebene Peiskretschamer Brauerei und verwandelte sie in ein Lager“, erklärt enttäuscht Mazur. Die Peiskretschamer Brauereien waren so klein, dass bis heute keine Flaschen, Bierdeckel oder Biergläser überdauerten.

 

Johannes Rasim