Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, September 18, 2021

Viele Hintergründe und praktische Tipps für den Alltag

 

 

Bereits das dritte Mal trafen sich in Allenstein Familien aus Nordostpolen, die ihre Kinder zweisprachig deutsch-polnisch erziehen. In einem Konferenzsaal des Hotels Omega ging es an einem sonnigem Nachmittag neben der Vorstellung der Projekte der deutschen Minderheit in Polen im Bereich Sprache und Erziehung vor allem um konkrete Ideen für Eltern und Lehrer für den Alltag.


Aus dem einen Saal drangen fröhliche Stimmen von Kindern, die sich gemeinsam mit den Betreuern bei sprachlichen Spielen vergnügten. Im anderen Saal klang das als Hintergrund beruhigend auf die Eltern, die ihre Kinder in guten Händen wussten und sich auf die vorgestellten Inhalte konzentrieren konnten. Ein Schwerpunkt lag dabei auf einer Präsentation des Projekts „Bilingua – Einfach mit Deutsch!“ durch dessen örtliche Vertreterin Anna Kazańska von der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit und der Werbung der Deutschlehrerin und Vorsitzenden der Neidenburger Gesellschaft Deutscher Minderheit, Sabina Reguła, für Anträge auf Deutsch als Minderheitensprache an den Schulen.

Kinderprogramm mit deutscher Sprache Foto: Lech Kryszałowicz

Praktische Übungen für den Alltag
Anerkennung für die Arbeit für die deutsche Sprache gab es von Ewa Kaliszuk, der Vizepräsidentin der Stadt Allenstein für Erziehung, Gesundheit und Sport, die beim Treffen zu Gast war. Sie ist selbst Germanistin und kennt als ehemalige Direktorin die momentane Lage an den Schulen: „Das Interesse an der deutschen Sprache ist ziemlich schwach, aber die Ablehnung ist selten sachlich, sondern stark emotional motiviert.“ Teilnehmerin Agnieszka Łodarska merkt das bei ihrer Tochter: „Sie möchte Deutsch nicht, einfach, weil es nicht toll ist, das ist negativ besetzt. Umso mehr freue ich mich über die praktischen Tipps auch zur Motivation, die ich hier bekomme.“

 

Sprachspiele testen, rechts Jörg Fahland vom deutschen Generalkonsulat in Danzig Foto: Lech Kryszałowicz

Bei der Werkstatt, die Ksenia Herbst-Buchwald vom Zentrum für Lehrerfortbildung in Posen leitete, gab es viele Ratschläge zu interessanten Internetseiten, der Einbeziehung von neuen Medien in der Schule oder Zuhause und – ganz praktisch – zur attraktiven Gestaltung des Sprachunterrichts. Das durften die Teilnehmer, darunter Jörg Fahland, der neue Kulturreferent des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Danzig, selbst ausprobieren und waren so eifrig dabei, dass die vorgesehene Zeit wie im Flug verging. Bei einem abschließenden Imbiss gab es noch reichlich Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit den Referentinnen und anderen Teilnehmern.

 

Uwe Hahnkamp

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