Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, July 5, 2022

Volksgruppe würdigt Koschyk

Der Tag der Sudetendeutschen war so politisch wie auch kulturell ein Erfolg

Die in Polen lebenden Deutschen kennen Hartmut Koschyk, den Bundesbeauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten als Unterstützer ihrer Arbeit. In seinem Amt ist er aber nicht nur für seine Landsleute in Schlesien oder Pommern zuständig, sondern auch für die Deutschen in anderen Ländern Europas. Während des 68. Sudentendeutschen Tages, der vom 2. bis 4. Juni stattfand, wurde Koschyk daher der Sudentendeutsche Menschenrechtspreis verliehen.

 

Die Auszeichnung, mit der Koschyk geehrt wurde, wird von der Sudetendeutschen Landsmannschaft schon seit dem Jahr 2001 verliehen. In seiner 16-jährigen Geschichte erhielten ihn bedeutende Aktivisten für Menschenrechte wie etwa die Witwe Oscar Schindlers, des Retters von 1200 Juden während des Zweiten Weltkrieges, oder der Historiker Prof. Dr. Manfred Kittel. Der Gedanke hinter dem Preis ist – wie die Landsmannschaft betont  – dass man nicht nur an das Unrecht erinnern wolle, das sich in den eigenen Reihen ereignet hat, sondern es darum gehe, das Unrecht allgemein zu beseitigen. Verliehen wird er bei der alljährlichen Zusammenkunft der Mitglieder der Sudetendeutschen Landsmannschaft, die als  Sudetendeutscher Tag bekannt ist und dieses Jahr in Augsburg stattfand.

 

In einer Dankesrede, die Hartmut Koschyk bei der Festveranstaltung hielt, unterstrich er die Richtlinien, die zu der Verleihung geführt haben: „Mich erfüllt die Auszeichnung mit dem Menschenrechtspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft mit Dankbarkeit, denn während meiner gesamten politischen Tätigkeit war und ist für mich die Universale Gültigkeit von Menschenrechten Leitbild und Verpflichtung zugleich gewesen“, so Koschyk. Besonderer Dank, auch auf dem Weg zu diesem Preis, gebühre nach Koschyk dem langjährigen Aktivisten der Sudetendeutschen Landsmannschaft Berndt Posselt. Der ehemalige Europaabgeordnete der CSU habe Koschyk „unendlich viel Rat und Unterstützung zukommen lassen“, und diese waren für den Bundesbeauftragten von „unschätzbarem Wert“.

 

Die Verleihung der Auszeichnung an Hartmut Koschyk, war jedoch nicht der einzige Höhepunkt des Sudetendeutschen Tages. Schon am 2. Juni hielt man einen gemeinsamen deutsch-tschechischen Kongress zum Thema „Gemeinsame Kultur erneuern und leben“. Dabei diskutierten sowohl Vertreter der Landsmannschaft, wie auch der deutschen und tschechischen Selbstverwaltung. Für die Diskussion konnte man etwa den stellvertretenden Bürgermeister von Prag Kamil Vavřinec Mareš gewinnen. Eine Rede hielt auch der Ministerpräsident des Freistaates Bayern Horst Seehofer.

 

Łukasz Biły

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