Über der Marien-Quelle wurde eine Kapelle in Form eines kleinen Häuschens errichtet.
Foto: Łukasz Malkusz

Die mittelalterliche Burgruine ist ein friedlicher, idyllischer Ort.
Foto: Łukasz Malkusz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Name Wartha (Bardo) ist gewiss vielen Mitgliedern der Deutschen Minderheit bekannt. Mitte Juli findet dort jedes Jahr die Wallfahrt der Deutschen in Polen statt. Daher stellen die Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung”, die über 600 Jahre alte Steinbrücke über die Glatzer Neisse und die mittelalterliche Altstadt für viele keine leeren Begriffe dar. In der nahen Umgebung des Ortes gibt es aber viel mehr zu sehen.

Nach Wartha kommt man am einfachsten über die Landesstraße Nummer 8 oder mit dem Zug. Der Bahnhof ist gut gelegen, nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Nicht weit davon, am rechten Ufer der Neisse, an der ul. Skalna, befindet sich auch ein Parkplatz, von dem aus man problemlos die Altstadt erreichen kann. Interessant: Durch den Parkplatz führt auch der Internationale Wanderweg der Freundschaft Eisenach-Budapest, kurz auch E3 genannt.

 

Drei Nationen, drei Kalvarienwege

Und ein kurzer Teil dieses blau markierten Weges führt auf den Gipfel des Warthaberges. Die Bergspitze, die sich etwa 300 Meter über die Stadt und 583 Meter über dem Meeresspiegel erhebt, ist schon seit Jahrhunderten Ziel von Pilgerfahrten dreier Nationen. Pilger aus den jeweiligen Ländern haben bereits im 17. Jahrhundert ihre eigenen Kalvarienwege eingerichtet: Der tschechische war steil und gefährlich, deshalb ist er heutzutage geschlossen; der polnische dagegen beginnt im Dorf Johnsbach (Janowiec).

Der interessanteste Kalvarienweg ist aber auf jeden Fall der deutsche, an dem 1769 steinerne Kreuzwegstationen und einige Jahre später sechs Kapellen gebaut wurden. Der Weg ist nicht besonders schwer oder steil und mit mäßigem Tempo ist man nach einer Stunde auf dem Gipfel. Dabei muss man sich aber vor Augen halten, dass er früher als Busse weg diente, auf dem die Pilger Steine trugen. Die Strecke des deutschen Kalvarienweges stimmt genau mit dem E3 Wanderweg überein.

 

Abstecher vom Weg

Auf dem Weg lohnt es sich einige Abstecher zu machen. Nach etwa 15 Minuten sieht man ein Schild, das zu den einige hundert Meter links gelegen Ruinen einer mittelalterlichen Burg führt. Der Umweg ist auf jeden Fall lohnenswert, denn obwohl von den Gebäuden nur Mauerreste und Fundamente übrig geblieben sind, befinden sie sich an einem sehr friedlichen, idyllischen Ort, ideal um etwas Ruhe zu finden. Die Burg wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts von den Hussiten erobert und zerstört.

Auf dem Kalvarienweg zurück, erreicht man nach der nächsten Viertelstunde die Marien-Quelle, über der 1893 eine steinerne Kapelle in Form eines kleinen Häuschens errichtet wurde. Laut einer Legende hat das Quellenwasser die Kraft, die tiefsten Wünsche zu erfüllen – es reiche den Mund damit zu füllen und die Kapelle im Laufschritt dreimal zu umkreisen. Dieser Ort befindet sich genau auf der Hälfte des Weges auf den Berggipfel.

 

Fortsetzung folgt.

 

Łukasz Malkusz