Die Ostsudeten bilden seit Jahrhunderten die historische Grenze zwischen Schlesien, Mähren und der Grafschaft Glatz. An vielen Orten sind bis heute zahlreiche Spuren der multikulturellen Geschichte dieses Grenzgebietes zu finden. Die Gegend, wo die Grenzen dieser drei Regionen zusammentreffen, ist jedoch ein seltenes Beispiel eines friedlichen Naturfleckens.

 

In Peterswalte befinden sich 71 Häuser, der Ort hat dabei aber nur 24 Einwohner
Foto: Łukasz Malkusz

 

Unsere Wanderung beginnen wir in Peterswalde (Petrikov). Dieser kleine Ort, umgeben von den Spitzen des Reichensteiner Gebirges, gehört nicht zu den bekanntesten in der Region. Um ihn zu finden müssen wir einige Kilometer von der Landesstraße von Freiwaldau (Jesenik) nach Hannsdorf (Hanusovice) abkommen. Einen größeren Parkplatz gibt es im Dorf nicht, es gibt jedoch genügend Möglichkeiten am Straßenrand zu parken. Peterswalde kann man nicht direkt mit der Bahn erreichen, man kann aber in Ramsau (Ramzova) aussteigen, was allerdings einen 30-minütigen Spaziergang nach Peterswalde bedeutet.

 

Ein Dorf der Ferienwohnungen

Das Dorf wurde 1617 durch Hans von Petersfeld gegründet. Um 1900 zählte es 207, meistens deutschsprachige Einwohner. Es funktionierten parallel eine deutsche und tschechische Schule, und 1909 wurde hier die Laurentiuskapelle errichtet. Heute befinden sich im Dorf 71 Gebäude, darunter dutzende aus der Vorkriegszeit, wovon aber nur mehr neun durch insgesamt 24 Einwohner bewohnt werden. Der Rest wurde überwiegend in Ferienhäuser und Pensionen umfunktioniert, es gibt auch viele Neubauten.

In Peterswalde müssen wir nach dem blauen Wanderweg Ausschau halten, der uns fast ans Ziel führen wird. Es erwartet uns ein etwa eineinhalbstunden langer Aufstieg durch das Brannatal. Der Weg ist nicht besonders schwierig und führt die ganze Zeit entlang einer Waldstraße, die im Winter als auch Skilanglauf-Strecke dient. Interessante Ausblicke gibt es vorerst nicht, die Wanderung wird aber durch den entlang des Weges fliesenden Bach ganz angenehm.

 

Der Gipfel des Fichtlichts von Dreigrenzenpass gesehen Foto: Łukasz Malkusz

 

 

Ziel: Dreigrenzpass

Die blauen Zeichen führen uns bis an den Dreigrenzenpass. Dieser Bergpass befindet sich an der heutigen polnisch-tschechischen Grenze, er bildet auch das Dreiländereck von Schlesien, Mähren und der Grafschaft Glatz. Hierher führen mehrere Wanderrouten und Skirouten, aus Peterswalde ist er jedoch am leichtesten zu erreichen, aus anderen Richtungen sind es lange Wanderungen. Der Pass ist ein interessantes Ausflugsziel an sich, von dem sich gute Ausblicke auf den Glatzer Schneeberg bieten. Hier kann man sich nach dem bisherigen Weg ausruhen.

Von hier gibt es einige Möglichkeiten der weiteren Wanderung. Da wir schon so weit gekommen sind, empfehlen wir einen Abstecher auf den Fichtlicht. Vom Dreigrenzenpass aus sieht der Gipfel zwar nicht sehr imposant aus, er ist aber der höchste im Reichensteiner Gebirge. Auf die Bergspitze führen uns die Zeichen des roten Wanderwegs. Es ist ein leichter Anstieg, denn in zehn Minuten gewinnen wir nur 16 Metern an Höhe. Ausblicke genießen wir, wenn wir uns umdrehen – der Schneeberg und andere Spitzen des Reichensteiner Gebirges sind von den Hängen des Fichtlichts gut sichtbar. Eine besondere Überraschung erwartet hier die Beerenliebhaber – die ganze Gegend ist mit Heidelbeersträuchern bedeckt. Denen, die das Dreiländereck besuchen möchten, wünschen wir einen guten Appetit!

 

Łukasz Malkusz