Das Jeschkengebirge ist eine relativ unbekannte Gebirgskette im Dreiländereck von Polen, Deutschland und Tschechien. Wer diese Gegend besucht, sollte sich unbedingt etwas Zeit fürs Besteigen des Jeschkenbergs nehmen.

 

Das Gebäude, das gleichzeitig als 100-Meter hoher Fernsehturm und als Berghotel dient, ist schon vom Weitem zu sehen

 

Kaum ein Weg ins Jeschkengebirge führt um Reichenberg (Liberec) herum. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahre 1352, sie wurde aber wahrscheinlich bereits im 13. Jahrhundert gegründet. Zu den ersten Bewohnern gehörten vor allem Siedler aus Deutschland. Die Deutschen bildeten die Hauptbevölkerungsgruppe der Stadt bis 1945, Jahrhundertelang waren auch deutsche Adelsfamilien Eigentümer der Umgebung, die bekannteste war die Familie von Biberstein. Heute ist Reichenberg der größte Ort Nordtschechiens.

 

 

Aus der größten Stadt der Region

Den Berg kann man von der Stadt aus besteigen, dabei besichtigt man unter anderem die große Skisprungschanze, die Wintersportfans bestimmt gut bekannt ist. Wir erlauben uns jedoch einen etwas gemütlicheren Spaziergang und fahren die Straße zum Augenspannpass hinauf. Hier befindet sich ein Parkplatz, von dem es ein einstundenlanger Spaziergang zum Gipfel ist. Wer zu wenig Ausdauer für solch eine Wanderung hat, kann weiter hoch fahren und damit die Strecke noch um die Hälfte verkürzen.

Vom Augenspann führen uns die roten Zeichen des europäischen Wanderwegs E3 hinauf, der Nachfolger des „Bergwegs der Freundschaft“ von Eisenach nach Budapest ist. Es ist eine mittelschwere Strecke, die schnurstracks auf den Gipfel führt.

 

Vom Gipfel kann man unter anderem Reichenberg und das Isergebirge erblicken. Foto: Łukasz Malkusz

 

Ein schöner Ausblick

Mit 1012 Metern ist der Jeschken die höchste Erhebung des ganzen Jeschkengebirges. 1838 wurde hier der sogenannte Rohanstein errichtet, der die Grenze zwischen den Gütern der Adelshäuser Clam-Gallas und Rohan markierte. Sechzehn Jahre darauf stand auf dem Gipfel bereits die erste Berghütte und schließlich 1906 das Berghotel des Deutschen Gebirgsvereins für das Jeschken- und Isergebirge. Die Spitze wurde in Kürze zum einem populären Ort, umso mehr, als 1933 die auf den Gipfel führende Seilbahn geöffnet wurde. Große Änderungen brachten hier die Sechzigerjahre. 1963 brannte das Berghotel ab. In den Jahren 1966-1973 wurde es durch ein neues, futuristisches Gebäude ersetzt. Dieses dient bis heute teils als Hotel, teils als Fernsehturm.

Im ersten Stockwerk des Jeschkenhotels befindet sich eine Aussichtsgalerie. Von der aus können wir problemlos Ausblicke in jede Richtung genießen. Am besten sichtbar ist das am Fuße des Berges gelegene Reichenberg zu sehen. Das Panorama der Stadt wird durch die Ketten des Isergebirges und Riesengebirges mit der Schneekoppe begrenzt.

 

 

Łukasz Malkusz