Rechts und links lassen wir mittelalterliche Burgreste hinter uns, und kommen zur Basilika Mariä Heimsuchung, die Wallfahrtsort der deutschen Minderheit in Niederschlesien ist.
Fotos: Łukasz Malkus

Um den Berg wurden in den Jahren 1905-1939 15 Kapellen erbaut.
Foto: Łukasz Malkusz

Die Altstadt von Wartha (Bardo) ist vielen Mitgliedern der deutschen Minderheit in Polen als Wallfahrtsort bekannt. Oft sind diese Kenntnisse aber nur auf einen kleinen Teil des Städtchens beschränkt. In der Umgebung gibt es viel mehr zu sehen, in unserer Artikelserie haben wir schon auf den Warthaberg eingeladen. Wer jedoch vom teilweise steilen Anstieg abgeschreckt wird, kann eine interessante Alternative wählen.

Wartha ist sowohl mit dem Auto durch die Landesstraβe 8, wie auch mit dem Zug einfach zu erreichen. Der Ausgangspunkt für eine Wanderung ist in beiden Fällen fast derselbe. Nicht weit vom Bahnhof entfernt befindet sich der Parkplatz an der Skalna-Straβe. Hier sollte man am besten nach den Zeichen der blauen Wanderroute Ausschau halten.

Diese führen uns nun durch das historische Stadtzentrum. Zuerst überqueren wir die Steinbrücke über die Glatzer Neiße, die bereits im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Rechts und links lassen wir mittelalterliche Burgreste hinter uns und kommen zur Basilika Mariä Heimsuchung, die Wallfahrtsort der deutschen Minderheit aus Niederschlesien ist. Hier biegen wir nun links ab. Am Ring sehen wir dann die Zeichen des gelben Wanderwegs nach Frankenstein (Ząbkowice Śląskie). Zunächst ignorieren wir diese noch, sie werden uns aber später zu unserem Ziel führen. Was uns auf dem Rosenkranzberg erwartet, erblicken wir zum ersten Mal, wenn die blauen Zeichen wieder alleine da sind.

Reichgeschmückte Kapellen

Um den Berg wurden in den Jahren 1905-1939 15 Kapellen erbaut. Jede davon entspricht einem Geheimnis des Rosenkranzes. Offiziell sind diese Gebäude Kapellen, die Bezeichnung kann aber etwas in die Irre führen. Die Bauten sind nämlich reich dekoriert, mit großem Aufwand errichtet, jede hat auch ihren einmaligen Stil. Einmal wird dadurch eine mittelalterliche Burg imitiert, ein anderes Mal der Jerusalemer Tempel. Die größten dieser Gebäude sind deutlich imposanter als manch eine kleine Dorfkirche. Die ersten beiden Kapellen befinden sich am blauen Wanderweg, bei der dritten sehen wir auch die gelben Zeichen wieder. Hier sollten wir rechts abbiegen. Der gelbe Wanderweg wird uns um den Rosenkranzberg und schließlich zurück zum Ring führen.

Angenehmer Spaziergang

Eine deutliche Spitze hat der Berg nicht. Der höchste Punkt befindet sich im Wald, einige Meter hinter der siebten Kapelle, ist aber auf dieser flachen Erhebung kaum zu erkennen. Er ist auch nicht besonders hoch – man ist auf etwa 380 Metern, zirka 100 Meter über der Glatzer Neiße. Darum ist diese Wanderung ein Angenehmer Spaziergang, der wirklich jedem zu empfehlen ist, und insgesamt etwa eine Stunde dauern sollte. Auch Ausblicke gibt es auf dem Weg – man kann Wartha von oben betrachten, vor allem sieht man aber den Felssturz von 1598 auf den Hängen des Warthaberges, wo sich heute ein Ausblickspunkt und ein Kreuz befinden.

Łukasz Malkusz