Andrea Polański zusammen mit ihrer Deutschlehrerin und Betreuerin des Projekts, Agnieszka Winkler.
Foto: privat

Schüler aus Oberschlesien glänzen mit ihrem historischen Wissen. Das haben sie wiedereinmal beim Wettbewerb „Heimat im Spiegel von Flucht, Vertreibung und Integration” bewiesen. Auf dem Gewinnerpodium in Döbeln stand eine Schülergruppe aus dem Berufsfortbildungszentrum in Groß Strehlitz und Andrea Polański aus Gogolin.

 

14 Schulen aus Sachsen und Polen beteiligten sich mit ihren Projekten am Wettbewerb, der von der Stiftung „Erinnerung und Begegnung“ und dem Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler veranstaltet wurde. Mitte Juni fand die feierliche Preisverleihung in der Aula des Lessing-Gymnasiums im sächsischen Döbeln statt.  Die Schüler aus dem oberschlesischen Groß Strehlitz hatten mit ihrem Film über ihren Schulalltag und Kunstwerken aus Holz die Jury am meisten überzeugt. Dafür wurden sie mit dem ersten Hauptpreis und einem Preisgeld von 300 EURO ausgezeichnet. Der zweite Platz ging an eine Enzelarbeit und zwar die von Andrea Polański, Schülerin der zweiten Klasse des bilingualen Gymnasium in Krappitz. Andrea wurde für ihre multimedialne Präsentation ausgezeichnet. „Ich habe mich entschieden, Interviews mit Menschen durchzuführen, die aus ihrer Heimat vetrieben wurden”, erklärt Andrea. Auf der Suche nach entsprechenden Gesprächspartnern hat sie viele Bekannte abgefragt. „Ich habe dann endlich vier Personen gefunden. Zum einen habe ich unseren Pfarrer interviewt, dessen Familie aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten nach Schlesien vertrieben wurde, dann Frau Ludmila Kozłowska, deren Großeltern nach Kazachstan vetrieben wurden und die dann nach Polen zurückgekehrt ist um zu studieren. Dann habe ich noch mit Roswitha Passmann gesprochen, die aus Pommern nach Essen in Deutschland flüchten musste. Der vierte Zeityeuge war die Cousine meiner Oma, Gabriele Berns, die aus Schlesien als Kind Richtung Mitteldeutschland vetrieben wurde und bis nach Göttingen kam”, berichtet Andrea. Dadurch hat sie vier faszinierende Lebensgeschichten kennengelernt, aber auch, wie verschieden Menschen das Wort „Heimat” definieren. „Überall auf der Welt werden Menschen vertrieben oder müssen fliehen. Das Thema ist sehr aktuell”, meint Andrea.

 

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