Foto: Renata Trischler

Vom 6. bis zum 8. September nahmen verschiedene Vertreter der deutschen Minderheiten aus Europa sowie Wissenschaftler und Politiker, die sich mit diesem Thema befassen, an einem Symposium der Konrad Adenauer Stiftung teil. Schwerpunkt war dabei die allgemeine Situation der deutschen Volksgruppen in der Mitte des Kontinents.

 

Das Symposium wurde zusammen mit der Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien veranstaltet und wurde eröffnet von Zorislav Schönberger, dem Präsident der Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien sowie Dr. Michael A. Lange, dem Leiter des Auslandsbüros Kroatien der Konrad-Adenauer-Stiftung.

 

Damit das Symposium so umfassend wie nur möglich gestaltet werden konnte, wurden dazu die wichtigsten Führungspersönlichkeiten der deutschen Minderheit in Mitteleuropa eingeladen. Und so sprachen u.a. für die Deutschen in Polen der Chef des Verbandes der deutschen Gesellschaften, Bernard Gaida, für die Ungarndeutschen ihr Vorsitzender Otto Heinek und auch Renata Trischler für die Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien. Jeder dieser Teilnehmer konnte aus eigener Sicht die Situation seiner Volksgruppe vorstellen, wobei Differenzen aber auch Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Minderheiten sichtbar wurden. Es durfte natürlich auch nicht außer Acht gelassen werden, dass die Veranstaltung in Kroatien stattgefunden hat, somit war ein erheblicher Teil nur der Situation dieser Volksgruppe gewidmet. Im Zentrum standen dabei die Minderheitenrechte sowie die Perspektiven der deutschen Minderheiten in Europa.

 

Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk, der als Thema seines Beitrags auf dem Symposium den „Schutz der Minderheiten“ gewählt hat, dankte vor allem der Konrad-Adenauer-Stiftung für die Veranstaltung des Symposiums und für die Tatsache, dass sie sich in wissenschaftlicher Hinsicht immer wieder mit dem Thema der deutschen Minderheiten in Mittel-und Osteuropa befasst. Zu den wichtigsten Werkzeugen im Rahmen des gegenwärtigen Minderheitenschutzes zählt Koschyk das sogenannte „Minority Safepack“, dessen Ziel es ist eine Million Unterschriften zu sammeln, um das Thema Minderheitenschutz vor die Europäische Kommission zu bringen (mehr dazu auch auf S. 4). Aktuell wirbt die Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen für das Safepack, um bis April 2018 die nötigen Unterschriften vorbringen zu können. Zum Schutz der Minderheiten gehören nach dem Bundesbeauftragten aber auch die Aktivitäten der Bundesregierung, die mit Fördergeldern die einzelnen deutschen Minderheiten unterstützt. Diese Gelder müssen laut Bundesbeauftragtem vor allem in Sprach-und Jugendarbeit investiert werden. Die Sprache sei, so Koschyk, „für die Identität der Mitglieder der deutschen Minderheiten von essentieller Bedeutung“.

 

Łukasz Biły