Im kommenden Jahr will der BJDM die Vortragsreihe zur deutschen Geschichte fortsetzen.

Im kommenden Jahr will der BJDM die Vortragsreihe zur deutschen Geschichte fortsetzen.

Der BJDM startete in Beuthen im September eine Reihe von zehn Vorträgen über die deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert. Der Fokus wird jedoch auf die Zeit nach 1933 gelegt. Die Themen der Vorträge sind vielfältig und haben zum Ziel, die deutsche Geschichte unter möglichst unterschiedlichsten Aspekten zu beleuchten.

 

Unter die Lupe werden keineswegs nur die wichtigsten Ereignisse der deutschen Geschichte genommen, sondern auch die Personen, die sich um das Land verdient gemacht haben, die Hintergründe der Schlüsselereignisse im 20 Jahrhundert, die Entwicklung der Gesellschaft und der Sprache sowie das Wesen der deutschen Parteienlandschaft. Die Themen wurden so ausgewählt, dass sie die in der deutschen Minderheit bisher wenig beachteten Kapitel der deutschen Geschichte aufarbeiten. Dies ist insoweit wichtig, dass sich gerade die älteren Mitglieder der deutschen Minderheit eher für Deutschland vor 1945 interessieren, weil sie in dieser Zeit aufgewachsen sind oder im Krieg Angehörige verloren haben. An jedem der bisher sechs gehaltenen Vorträgen nahmen jeweils ca. 15 Personen teil. Das Interesse ist durchaus groß, was man daran erkennen kann, dass sich viele Zuhörer an den Vorträgen aktiv durch Fragen oder eigene Erfahrungen beteiligen. Da es sich bei dieser Vortragsreihe um ein Bildungsprojekt handelt, wird jedem Zuhörer nach der Präsentation eine Zusammenfassung in die Hand gedrückt. So ist sichergestellt, dass etwas hängen bleibt. Ein großer Themenblock befasste sich mit der Zeit des Nationalsozialismus, ihrem Ursprung und ihren verheerenden Folgen. Durch die Aufarbeitung der NS-Zeit will man vor allem der immer noch vorhandenen latenten Verherrlichung dieser Zeit vorbeugen. Die übrigen Vorträge beschäftigten sich auch mit der Frage, wie sich Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg politisch und gesellschaftlich entwickelt hat. Deutschland in der Form, die wir heute kennen, gab es nicht. Die DDR war immer im Schatten der Bundesrepublik. Den Gründen dafür und dem Wesen der DDR wurde ein ganzer Vortrag gewidmet. In den noch vier anstehenden Vorträgen werden die Entwicklung des Deutschen, die deutsche Erinnerungskultur, die Geschichte der Demonstrationen und die Herkunft der (Un-)Wörter des Jahres besprochen. Im nächsten Jahr hat der BJDM vor, das Projekt mit neuen Vorträgen fortzusetzen.

 

Tomasz Czekała