Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Monday, November 29, 2021

Weil ihn Deutsch als Minderheitensprache stört

Ende Juni ist in den Kommunen die Zeit der sog. „Entlastungssitzungen“, bei denen die Gemeinderäte ihren obersten Kommunalbeamten Entlastung erteilen und ihnen das Vertrauen aussprechen. In Neidenburg bei Allenstein hat einer der Stadträte nun gegen den Bürgermeister gestimmt, weil ihm in den Unterlagen Ausgaben für den Unterricht von Deutsch als Minderheitensprache aufgefallen waren.

 

Der Neidenburger Stadtrat Waldemar Pszczółkowski machte während einer Debatte zum Bericht über den Zustand der Gemeinde deutlich, dass er nicht dafür stimmen wird, weil er nicht damit einverstanden ist, dass in den Finanzmitteln der Gemeinde Geld für die Vermittlung der deutschen Sprache an die deutsche Minderheit vorhanden ist. „Dass es zwischen 2016 und 2020 fast 100 Prozent Schüler der deutschen Minderheit in ländlichen Schulen gab, ist eine Lüge. Zurzeit sind es mehr als 80 Prozent. Ich bin mit diesem Sachverhalt nicht einverstanden, ich bin nicht damit einverstanden, dass in den Finanzmitteln der Gemeinde diese Art von Geld vorhanden ist, denn das ist nicht in Ordnung, es ist eine Lüge. Diese jungen Leute haben heute gelogen und sie werden auch in Zukunft lügen“, sagte Stadtrat Pszczółkowski, wie die Tageszeitung Gazeta Olsztyńska zitiert. Hierzu sei betont, dass die Erklärung der Teilnahme am Minderheitensprachunterricht nicht gleichbedeutend ist mit der Erklärung der Zugehörigkeit zu einer bestimmten nationalen Minderheit.

 

Wir baten Sabina Reguła von der Neidenburger Gesellschaft der deutschen Minderheit um einen Kommentar: „Der Herr Stadtrat, der zur Fraktion der Partei Recht und Gerechtigkeit gehört, stört sich seit langem am Unterricht von Deutsch als Minderheitensprache. Wir haben uns aber schon an seine Attacken gewöhnt. Der Unterricht Deutsch als Minderheitensprache in den Schulen unseres Kreises geschieht dank dem Engagement der Eltern, die diesen Wunsch äußern, indem sie entsprechende Anträge an die Schulen stellen. Es ist für die Eltern auch nichts Neues, denn so ein Unterricht wurde in einigen Schulen schon im Jahr 2005 eingeführt. Als Verein haben wir damals die Menschen deutscher Herkunft dazu ermutigt, sich um die Bildung ihrer Kinder zu kümmern, indem so ein Unterricht in den Schulen angeboten wird. Es war unsere Initiative und heute muss man niemanden mehr überzeugen, denn jeder in unserer Umgebung kennt das Thema. Niemand wird auch bezweifeln, dass die Woiwodschaft Ermland-Masuren multikulturell ist. Es sind die Bewohner, die die Region bereichern, ob es jemandem gefällt oder nicht“.

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