Hans Heinrich Hansen (links) und Hinrich Jürgensen (rechts). Foto: FUEN.

Hans Heinrich Hansen (links) und Hinrich Jürgensen (rechts). Foto: FUEN.

Die Information über das Ergebnis zur Abstimmung über den Austritt Groß Britanniens aus der Europäischen Union (EU) löste weltweit ein Erdbeben in den Medien aus. Während die Briten der Gemeinschaft den Rücken kehren, wollen Europas Minderheiten – besonders die Deutschen in Dänemark – weiter europäisch bleiben.

 

Nach dem knappen, aber doch demokratischem Ergebnis über den Brexit, suchten Europas Medien gleich den Vergleich zu anderen Ländern. Schnell wurde über einen „Frexit“ (Frankreich), „Nexit“ (Niederlande) oder „Polxit“ (Polen) spekuliert.

 

Während in den oben genannten Ländern sich ein Austritt noch eher nebelig gestaltet, wurden in Dänemark Schritte zu einem möglichen „Dexit“ bereits in die Wege geleitet. Die Dänische Volkspartei, die seit 2015 zweitstärkste Kraft im Parlament ist, hat gleich nach den Ergebnissen der britischen Abstimmung eine Forderung bezüglich einer ähnlichen in Dänemark erhoben. Damit ist der Austritt Dänemarks aus der EU durch eine politische Kraft gestützt, mit der zu rechnen ist.

 

Im Hinblick darauf meldete sich auch die deutsche Minderheit aus Dänemark zu Wort: „Eine Volksabstimmung zu diesem Thema ist überflüssig“, erklärte Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger, auf Anfrage der Deutschen Presseagentur. Dazu bekräftigte Jürgensen die proeuropäische Haltung, für die auch andere Minderheiten in Europa bekannt sind: “Wir sind der Meinung, dass nur über eine enge europäische Zusammenarbeit die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gemeistert werden können. Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund, an der dänischen Zugehörigkeit zur EU zu zweifeln”, so Jürgensen.

 

Probleme in der europäischen Gemeinschaft im Hinblick auf Meinungsverschiedenheiten prophezeite hingegen Jürgensens Landsmann und ehemaliger FUEN-Vorsitzender Hans Heinrich Hansen. „Man sieht, dass sich im Moment die politischen Vertreter der europäischen Länder in vielen Aspekten uneins sind“, sagte  Hansen gegenüber dem Wochenblatt.pl. Dies würde – wie er meinte – „auch die Situation der Minderheiten leider nicht leichter machen“.

 

Łukasz Biły