Die deutsche Konsulin in Oppeln Sabine Haake eröffnete den Wirtschaftsstammtisch in Ujest. Rechts im Bild Herrmann Wösthenrich, der Chef von IFA Powertrain Polska.
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So kann man den letzten Wirtschaftsstammtisch des Deutschen Konsulates in Oppeln zusammenfassen, der diesmal bei der Firma IFA Powertrain in Ujest (Ujazd) veranstaltet wurde. Neben der Zusammennarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft war es aber auch für die Ujester Firma eine Möglichkeit sich vorzustellen.

 

 

Die Firma IFA Powertrain Polska wurde als Ableger des deutschen Unternehmens IFA Rotorion erst 2015 gegründet und konnte in einer fast schon rekordverdächtigen Zeit bereits im Juni 2017 ihr Werk in Ujest eröffnen. „Und schon wenige Monate später produzieren wir nicht nur erste Komponenten sondern ganze Halbwellen und Antriebswellen“, sagt Herrmann Wösthenrich, der Vorstandsvorsitzende von IFA Polska.

Bislang arbeiten in Ujest rund 200 Menschen, im Jahr 2018 soll die Zahl aber bis auf 500 Mitarbeiter steigen, wobei es nicht nur um das Personal in der Produktion geht, sondern auch in der Etwicklung. Denn bereits jetzt arbeiten fünf Ingenieure an Neuheiten der Firma und weitere sollen hinzukommen. Mit Unterstützung des Oppelner Zentrum für Wirtschaftsentwicklung (OCRG) arbeitet IFA Powertrain an modernen Halbwellen für Elektroautos.

 

Fraunhofer Institut zu Gast

Was IFA als großes Unternehmen in Eigenregie macht, soll auch kleineren Firmen nicht vorenthalten werden, weshalb an dem Wirtschaftsstammtisch auch Vertreter des Fraunhofer Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik aus Chemnitz teilgenommen haben. In Sachsen bietet das Institut Firmen seine Unterstützung bei der Enwticklung von neuen Technologien und Werkstoffen an und arbeitet vor allem mit deutschen Unternehmen aus verschiedenen Branchen zusammen, wie der Institutsleiter im Bereich Umformtechnik und Fügen Prof. Dirk Landgrebe bei der Präsentation in Ujest sagte. Sein Kollege Prof. Lothar Kroll fügte dann hinzu: „Wir arbeiten allerdings auch mit polnischen Firmen wie dem Kindersitzbauer Karwala zusammen, die zu uns nach Chemintz kommen. Doch wir könnten sie auch hier vor Ort unterstützen“.

 

Prof. Dirk Landgrebe vom Fraunhofer IWU in Chemnitz stellte das Institut vor.
Foto: Rudolf Urban

 

Projektzentrum in Oppeln

Daher wurde bereits im Juni 2017 an der Oppelner Technischen Hochschule ein Projektzentrum des Fraunhofer Institutes ins Leben gerufen hat. Dieses sei, wie Prof. Anna Król von der TU Oppeln sagte, das erste und einzige polenweit, das nicht nur die Möglichkeiten des Fraunhofer Instituts in Deutschland sondern auch der Wissenschaftler aus Oppeln vereint. „Obwohl wir immer noch in einer Aufbauphase sind, können wir bereits eine Zusammenarbeit vorweisen, und zwar mit der Firma Tower Automotive aus Oppeln. Generell sind wir vor allem da gern behilflich, wo es den Firmen um neue Technologien und leichte Werkstoffe geht“, sagte Prof. Król und lud die anwesenden Unternehmer zur Zusammenarbeit mit dem Projektzentrum des Fraunhofer IWU in Oppeln ein.

Der Wirtschaftsstammtisch des Deutschen Konsulates in Oppeln wird seit mehreren Jahren veranstaltet und soll deutschen Unternehmern in der Region eine Plattfiorm zum Austausch bieten, sowie aktuelle Probleme und Herausforderungen auf dem lokalen und polenweiten Markt beleuchten.

Rudolf Urban