Arnoldsdorf (Jarnołtówek) ist eines der bekanntesten Ausflugsziele in der Woiwodschaft Oppeln. Meistens dient das Dorf als Startpunkt einer Wanderung auf die Bischoffskoppe. Für diejenige, die den höchsten Gipfel der Woiwodschaft jedoch bereits gut kennen, gibt es so manche Alternativen. Eine davon ist der Buchberg.

 

Die Pfarrkirche in Arnoldsdorf und die Spitze des Buchbergs.
Foto: Łukasz Malkusz

 

Das im Tal des Goldbachs gelegene Arnoldsdorf ist leicht mit dem Auto oder dem Bus aus Neustadt (Prudnik) oder Ziegenhals (Głuchołazy) zu erreichen. Größere Parkplätze gibt es hier nicht, parken kann man aber zum Beispiel in der Nähe der hiesigen Kirche.

 

 

Erinnerungen an eine deutsche Kaiserin

Der neugotische Bau ist der dritte, der hier entstanden ist. Ein Gotteshaus stand hier schon ab dem späten Mittelalter, das nächste, barocke, wurde 1754 erbaut. Bis 1780 waren es Filialkirchen der Parochie in Zuckmantel (Zlate Hory). 1903 suchte das Dorf eine verehrende Naturkatastrophe ein. Eine Flut zerstörte die meisten Gebäude im Ort, darunter auch die Kirche. Kurz darauf wurde Arnoldsdorf am 19. Juli 1903 von der deutschen Kaiserin Auguste Viktoria besucht. Die Gemahlin Kaiser Wilhelms II. spendete für den Bau des neuen Gotteshauses, das 1907 fertiggestellt wurde und bis heute den Einwohnern dient. An den Besuch der Kaiserin erinnert ein Obelisk am Friedhof. Nach der Flut wurde im Jahre 1909 im Ort ein Staudamm gebaut.
Nicht weit von der Kirche beginnt der gelbe Wanderweg, der uns bis auf den Gipfel hinaufführen wird. Die ganze Strecke führt bis zur Berghütte auf der Bischoffskoppe, wir werden aber nur einen Teil von ihr bezwingen. Nach etwa 15 Minuten verlassen wir das eigentliche Arnoldsdorf und steigen in die Richtung von Bolkenthal hinauf.

 

Der Steinbruch „Hölle“ erinnert an Schluchten im Heuscheuergebirge. Foto: Łukasz Malkusz

 

 

Hinauf auf den Buchberg

Die Kolonie Bolkenthal wurde Ende des 18. Jahrhunderts durch den damaligen Eigentümer von Arnoldsdorf, Graf Moritz von Bolko, gegründet. Fast 200 Jahre lang war es ein abgelegener Ort, der nicht mehr als 20 Häuser zählte. Die Situation änderte sich in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts, als hier zwei große Berghotels gebaut wurden: „Leśnik“ und „Ziemowit“. Das zweite, unter dem Gipfel des Buchbergs gelegen, ist von weiten zu sehen. Das Ziel unseres Spaziergangs befindet sich nicht weit über dem Dach des Berghotels.

Der Gipfel vom Buchberg befindet sich auf 507 Metern. Auf der Spitze befinden sich einzelne Felsen. Viel interessanter ist jedoch ein Steinbruch, in den uns die gelben Zeichen wenige Minuten später führen. Die sogenannte „Hölle“ ist ein Ort wo Jahrhunderte lang Material für Bedeckung von Dächern gebrochen wurde. In der Form einer steilen Schlucht erinnert der Steinbruch ans bekannte Heuscheuergebirge.

Etwas weiter beginnt ein etwas steilerer Hang, auf dem im Mittelalter nach Gold gegraben wurde. Diesen werden wir aber nicht hinabsteigen. Denn es ist Zeit für den Weg zurück. Nach Arnoldsdorf kann man von hier mit dem Gelben Wanderweg oder einer Waldstraße, die uns durch Bolkenthal führt, zurückkehren. Am Parkplatz sollten wir nach einer nicht zu schweren und etwa zwei Stunden langen Wanderung angekommen sein.

 

 

Łukasz Malkusz