3. Adventssonntag – C

1. Lesung: Zef 3,14-17 (14-18a)
2. Lesung: Phil 4,4-7
Evangelium: Lk 3,10-18

 

Bischofsvikar Dr. Peter Tarlinski

 

Die Zeit im Advent lädt zum Nachdenken ein, besonders über die wichtigen Inhalte unseres Lebens. Zu denen gehört einerseits die Traurigkeit und andererseits die Freude. Traurigkeit ist ein Schmerzgefühl. Sie kann viele Ursachen haben. Die einen sind innerlich, persönlich. Der Mensch wird traurig, wenn er mit sich selbst unzufrieden ist oder über eine längere Zeit erfolglos bleibt, wenn ihn eine Krankheit plagt oder wenn er die nahestehenden Personen vermisst. Besonders betroffen macht der Tod eines lieben Menschen. Die Trauer bricht gewaltig aus. Traurigkeit schleicht sich ein, wenn die Liebe unerfüllt bleibt oder schrittweise abnimmt. In lebensbedrohlichen Situationen wird der Mensch von Furcht und trauriger Stimmung überwältigt. Die Adventslieder bringen es zum Ausdruck mit den Worten: „Dunkle Trauer lag auf Erden, Licht und Freude waren fern“ oder „Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab! Rief das Volk in bangen Nächten, dem Gott die Verheißung gab“.

 

Am dritten Sonntag im Advent schlägt die Stimmung um. Die Liturgie ruft zur Freude auf: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Denn der Herr ist nahe.“ Die einzelnen Gründer zur großen Freude nennt die Lesung aus dem Buch Zefanja: „Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich, und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! Der Herr hat das Urteil gegen dich aufgehoben und deine Feinde zur Umkehr gezwungen. Der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte; du hast kein Unheil mehr zu fürchten. An jenem Tag wird man zu Jerusalem sagen: Fürchte dich nicht, Zion! Lass die Hände nicht sinken! Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich, er erneuert seine Liebe zu dir, er jubelt über dich und frohlockt, wie man frohlockt an einem Festtag.“

 

Die Freude ist eine Emotion, ein inneres Empfinden welches durch positive Ereignisse, Erfahrungen und Erlebnisse hervorgerufen wird. „Wie froh ich bin, dass das Schlimmste schon hinter mir liegt“, sagen wir erleichtert. „Ich freue mich sehr, dass du da bist; ich bin glücklich dich zu haben; endlich habe ich es geschafft und bin so froh darüber.“ Derartige Redewendungen sind uns bekannt. Die innere Freude drückt sich nach außen im Lächeln, in Freudenschreien, in einer guten Laune und Stimmung aus. Der Mensch, wenn er voller Freude ist, hat auch Mut und Lust zum Handeln. Gott ist die Quelle der Freude. Daher schreibt der Apostel Paulus an die Philipper: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.“ Freude und Sicherheit, Zuversicht und Friede sollen den Menschen erfüllen. Sich Gott anzuvertrauen ist daher wichtig, denn der Herr ist nahe, der Messias kommt und mit ihm die Freude.