3. Fastensonntag – C

1. Lesung: Ex 3, 1-8a.13-15
2. Lesung: 1 Kor 10, 1-6.10-12
Evangelium: Lk 13, 1-9

 

 

Bischofsvikar Dr. Peter Tarlinski

 

 

Warnungen sind uns bekannt. Sie wollen vor einem möglichen Schaden bewahren. Sie machen auf drohende Gefahren aufmerksam. Sie wollen vor negativen Erlebnissen beschützen. Sie zeigen Lebensbedrohungen auf und appellieren an unsere Vernunft, manche Handlungen zu unterlassen. Wir kennen die Warnschilder. Es gibt viele von ihnen. Sie warnen vor Absturz- und Einsturzgefahr, vor elektrischer Spannung und Wachhunden, vor Leserstrahlen und Gasflaschen, giftigen Stoffen und Handverletzungen. Warnschilder vermitteln Informationen, können aber die Gefahr nicht verhindern. Der Mensch entscheidet selbst, ob er sie beachtet oder ignoriert. Sie wollen unsere Sicherheit steigern und uns vor Verletzungen, Schmerzen und sogar vor dem Tod schützen.
Der Mensch muss sich jedoch warnen und schützen lassen. Dann bleibt er heil.

 

 

Manche Warnungen werden durch Worte mitgeteilt. Sie sind kurz wie etwa: Gebe acht!, Vorsicht!, Achtung!, Halt!, Stopp!. Sie haben manchmal auch die Form einer längeren Ausführung, einer Belehrung. Dem Buch Exodus nach, sah Mose einen brennenden Dornbusch in der Wüste, der nicht verbrannte. Er ging auf das wundersame Feuer zu. Da hörte er eine Stimme rufen: „Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.“ Mose folgte diesen Worten und Gott teilte ihm seinen Namen mit: „Ich bin der «Ich-bin-da». So sollst du zu den Israeliten sagen: Der «Ich-bin-da» hat mich zu euch gesandt.“ Gott ist unter den Menschen anwesend, er ist da und kennt ihre Nöte. „Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen“ – sprach Gott zu Mose – „und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen.“ Wichtig ist es dabei, den Anweisungen und den Warnungen Gottes zu folgen.

 

Der Apostel Paulus erinnert an den Weg der Israeliten durch die Wüste in das verheißene Land. Viele sind unterwegs umgekommen. Die meisten von ihnen folgten den Worten Gottes nicht. Das Unglück geschah als warnendes Beispiel, damit die Menschen sich „nicht von der Gier nach dem Bösen beherrschen lassen, wie jene sich von der Gier beherrschen ließen. (…) Wer also zu stehen meint, der gebe acht, dass er nicht fällt.“

 

Im Evangelium begegnen wir ebenfalls Voraussagen, die auf Gefahren hinweisen. Die Menschen, die Pilatus beim Opfern im Tempel umbringen ließ, nutzte Jesus als Warnungsbild, um seinen Zuhörern zu sagen: „Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.“ Die Sünde führt zum Tod. Daher zeigt Jesus auf den unfruchtbaren Feigenbaum, um die Menschen zu Umkehr zu bewegen. Der Weingärtner gibt dem Baum noch eine Chance. Diese gibt Gott den Menschen wie auch uns in der Hoffnung, dass wir vielleicht doch noch Früchte tragen werden! Die Zeit dazu bekommen wir jetzt!