In den Ferien werden wir die Wunder der Natur bewundern. So manches wird uns ins Staunen versetzen. Wir werden viele Fotos schießen und mit Begeisterung unseren Freunden und Bekannten davon erzählen.

 

 

1. Lesung: Weish 1, 13-15; 2, 23-24
2. Lesung: 2 Kor 8, 7.9.13-15
Evangelium: Mk 5, 21-43

 

Im Evangelium des 13. Sonntags im Jahreskreis begegnen wir einem Ereignis, angesichts dessen die Menschen außer sich gerieten und sogar entsetzt waren. Es handelt sich um die Heilung der zwölfjährigen Tochter des Synagogenvorstehers Namens Jaïrus. Er kam persönlich zu Jesus und bat ihn: „Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt.“ Da ging Jesus mit ihm. Bevor Jesus eingetroffen war, ist die Tochter des Jaïrus gestorben. Diese traurige Nachricht wurde dem Synagogenvorsteher von seinen Hausbewohnern mitgeteilt mit der Bemerkung: „Warum bemühst du den Meister noch länger?“ Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: „Sei ohne Furcht; glaube nur! (…) Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur.“ Da lachten sie ihn aus. (…) Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: „Talita kum!“, das heißt übersetzt: Mädchen, „ich sage dir, steh auf!“ Sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Ein Wunder war geschehen.

 

Das Buch der Weisheit äußert sich über das Sterben der Menschen wie folgt: „Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden. Zum Dasein hat er alles geschaffen, und heilbringend sind die Geschöpfe der Welt. Kein Gift des Verderbens ist in ihnen, das Reich des Todes hat keine Macht auf der Erde; denn die Gerechtigkeit ist unsterblich. Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht.“ Jesus hat die menschliche Unsterblichkeit bestätigt. Er selbst ist der ewig Lebende und er macht lebendig. Wer an IHN glaubt wird in Ewigkeit nicht sterben. Im Ruf vor dem Evangelium heißt es: „Unser Retter Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen und uns das Licht des Lebens gebracht durch das Evangelium.“

 

Im Kommentar des Schott-Messbuches zum Wiederbeleben der Tochter des Jaïrus lesen wir: „Wunder geschehen auch heute noch; nur müssen wir sie nicht dort suchen, wo Lärm gemacht wird. Nicht dort, wo es zwar etwas zu bestaunen, aber nichts zu glauben gibt. Gott tut nichts umsonst; wozu ein Wunder, wenn es nichts zu sagen hat?“ Wunder geschehen auch heute, wenn wir an Christus festhalten und an ihn glauben, wenn wir das Leben aus Gotteshand annehmen. Der schwedische Autor und Redner Tomas Sjödin sagte: „Der Glaube verändert und entwickelt sich ständig. Aber es gibt einen Ort nah an Gottes Herzen. Dieser Ort verändert sich nie. Dein Leben kann sich verändern und deine Aufgaben auch. Aber wenn du die Beziehung zu Gott lebendig hältst – dieser Platz verändert sich nicht, weil sich Gott niemals verändert.“ Und wenn wir glauben – dann sind wir offen auch Wunder anzunehmen, sich durch sie heilen und ins Staunen versetzten lassen.

 

 

Bischofdvikar Dr. Peter Tarlinski