Wort zum Sonntag vom Bischofsvikar Peter Tarlinski 

 

 

14. Sonntag im Jahreskreis – B

1. Lesung: Am 7, 12-15
2. Lesung: Eph 1, 3-10
Evangelium: Mk 6, 7-13

Der Mensch wird sein Leben lang vor Entscheidungen gestellt. Einschätzungen und Entscheidungen gehören zu unserem Leben. Anhand der Fußballweltmeisterschaft konnten wir sehen, wie so manche Mannschaften sich selbst und die Gegner falsch eingeschätzt haben. So manche Teams waren nicht entschieden genug und steuerten den Titel nicht mit letzter Konsequenz an. Die Quittung kam prompt. Besonders die Favoriten mussten früher als gewünscht nach Hause abreisen. Die Entschiedenen und bestens Eingestellten spielen um den Titel.

 

Als Christen wurden wir zu großen Taten und verantwortungsvollen Entscheidungen berufen. Die Gnade Gottes ist übergroß. Das schildert der Apostel Paulus in seinem Brief an die Epheser: „Der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus (…). Durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade. Durch sie hat er uns mit aller Weisheit und Einsicht reich beschenkt und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan. (…) Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.“ Was wir erhalten haben ist die Einheit mit Christus, wir sind aus Liebe Söhne und Töchter Gottes, wir können uns der Erlösung von Sünden erfreuen, die Weisheit und Einsicht Gottes begleiten uns und wir wurden in die göttliche Einheit von Himmel und Erde aufgenommen. Welch ein Geschenk für die Berufenen und Einsichtigen.

 

Nicht alle Getauften sind sich dieser besonderen Gabe bewusst. Darunter auch wir. Die Welt lockt mit ihren vielversprechenden Angeboten. Der Spaß und die eigene Zufriedenheit gehen voran. Die persönliche, nicht überprüfte Meinung wird zum Wegweiser. Weil andere am Leben der Kirche nicht beteiligt sind, spreche ich mich von jeglicher Verantwortung der christlichen Gemeinschaft gegenüber los. Falsche Einschätzungen und Entscheidungen sind dabei vorprogrammiert. Eine gewisse Leere und Einsamkeit drohen das Leben zu beherrschen. Und wenn dann noch die gesellschaftliche Ablehnung des Christlichen dazu kommt – möchten wir besser nicht erkannt werden. Die Jünger Jesu fürchteten sich abgestoßen zu werden. Zu ihnen sagte er: „Wenn man Euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und Euch nicht hören will, dann geht weiter, und schüttelt den Staub von Euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie.“ Die Zwölf machten sich auf den Weg und wurden erfolgreich. Richtige Entscheidungen und die innere Entschlossenheit führen sie zur wahren Ergebnissen. Für die einen ist es der Weltmeistertitel, für die Christen – die fruchtbare Einheit mit Jesus und seiner Kirche, ein Wirken, welches den Himmel und die Erde im Blickpunkt behält. Also dann …