Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, October 26, 2021

Wort zum Sonntag von Bischofsvikar Peeter Tarlinski

 

27. Sonntag im Jahreskreis B

1. Lesung: Gen 2, 18-24
2. Lesung: Hebr 2, 9-11
Evangelium: Mk 10, 2-16

 

Die Lesungen in der Katholischen Kirche für den 27. Sonntag im Jahreskreis bringen einen der wohl bekanntesten Texte aus dem Alten Testament in die Liturgie mit ein. Es ist der Abschnitt aus dem Buch Genesis (Księga Rodzaju) über die Erschaffung der Frau. „Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, (…) nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. Gott, der Herr, baute aus der Rippe, (…) eine Frau und führte sie dem Menschen zu. Und der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. (…) Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch.“ Diese biblischen Zeilen betonen eindeutig die unverwechselbare Würde des Mannes und die der Frau. Sie sind sich in ihrem Wesen gleich. „Beide sind füreinander geschaffen und brauchen einander“ – wird im Schott Messbuch kommentiert. „Die Liebe zwischen Mann und Frau ist stärker als jede andere menschliche Bindung und ist ihrer Natur nach für jeden Menschen einmalig. Die Einheit und Unauflöslichkeit der Ehe ergeben sich daraus als Folgerungen“.

 

In der biblischen Darstellung über das Erschaffen der Frau kommt noch ein wichtiger Aspekt zum Vorschein. Die Frau wird als letzte geschaffen. Sie ist voll und ganz nur Gottes Geschöpf. An ihrer Herkunft hat der Mann keinen Anteil. Er schläft – so beschreibt es die Bibel. Die Frau wird zum Mann von Gott hingeführt. Sie ist ein Geschenk Gottes an die Welt und an ihn. Auch wenn alles auf Erden schon da war: Die Pflanzenwelt, die „Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels“ – war der Mann nicht glücklich. Ihm fehlte die Erfahrung der Liebe. Gott ist die Liebe. Er hat die Frau persönlich der Welt überreicht und durch sie seine übernatürliche Liebe in die Schöpfung hineingebracht. Der Mensch hat als Mann und Frau seine Wurzeln in Gott. Von ihm kommt er her und von ihm hat er die Fähigkeit, in der Welt kreativ und mit Liebe zu leben.

 

Auch in der Literatur finden wir eine Fülle von Bildern der Liebe von Mann und Frau, wobei ich hier aus dem Roman „Nach Onkalo“ von Kerstin Preiwuß zitieren möchte, die im Jahr 2018 den Joseph von Eichendorff Literaturpreis in Wangen erhalten hat. Darin schreibt K. Preiwuß über die Beziehung von Mann und Frau: „Es ist Sommer, Matuschek hat frei und Irina ist da. Das ist genug, dass alles andere dahinter verblasst. Man muss zufrieden sein mit dem, was man hat. Matuschek ist es gerade sehr. Sein Glück steht so hoch wie die Mittagssonne und macht ihn ganz benommen.“

Möge ein solches tiefes Miteinander alle Verlobten und Verheirateten, alle Ehepaare und Eltern in Liebe glücklich verbinden.

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