Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Saturday, September 18, 2021

Wort zum Sonntag von Bischofsvikar Peter Tarlinski

19. Sonntag im Jahreskreis – B

1. Lesung: 1 Kön 19, 4-8
2. Lesung: Eph 4, 30 – 5, 2
Evangelium: Joh 6, 41-51

Am vergangenen Sonntag hörten wir die Worte Jesu: „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“ An diesem Sonntag wird die Rede Jesu über sich selbst, als das wahre Brot, fortgesetzt. Er sprach vor den Juden und seinen Jüngern: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.“ Jesus bietet sich selbst als Speise an, die das ewige Leben sichert und der Welt das diesseitige Leben ermöglicht. Im Schott-Kommentar zu den Worten Jesu lesen wir: „Biologisch hat der Mensch keine Zukunft. Aber der Mensch, dessen Leben eins geworden ist mit dem Leben des menschgewordenen Gottessohnes, der ist in das Leben eingetreten, das für immer bleibt.“

 

Die Worte Jesu machen jedem Menschen deutlich, dass er seine Existenz auf Erden nicht verlängern kann. Wir täuschen uns selbst, wenn wir meinen, dass wir in dieser Welt unvergänglich sind. Unser Leben auf Erden ist zeitlich begrenzt. Keiner weiß es, wie viele Jahre im noch verbleiben, bis er von dieser Welt den endgültigen Abschied nehmen muss. Als Mensch und Christ ist jede und jeder von uns dazu berufen, ein sinnvolles Leben zu führen. Dies ist unter der Leitung des Heiligen Geistes möglich. Daher warnt der Apostel Paulus vor einem Leben ohne den Geist Gottes. Wörtlich schreibt er: „Beleidigt nicht den Heiligen Geist (…), dessen Siegel ihr tragt für den Tag der Erlösung. Jede Art von Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung und alles Böse verbannt aus eurer Mitte!“ Der Heilige Paulus gibt auch konkrete Ratschläge wie ein vernünftig christliches Leben aussehen könnte: „Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat. Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder, und liebt einander, weil auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat als Gabe und als Opfer, das Gott gefällt.“

 

Dies anzunehmen fällt den Menschen in der Gegenwart genauso schwer wie vormals den Jüngern Jesu. Einige murrten, andere lehnten seine Lehre ab, manche verließen ihn. Zu den Verbliebenen sagte er: „Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. (…) Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben.“ Auf Erden zu bleiben geht nicht. Ob arm oder reich, ob jung oder alt, ob bei guten Kräften oder krank – den Menschen erreicht immer seine Todesstunde. Definitiv für immer tot sein und sich im Nichts aufzulösen möchten wir dennoch nicht. Die Botschaft vom ewigen Leben ist uns lieber. Wir wünschen es uns dieses zu erreichen, wenn es auf Erden nicht mehr weiter gehen kann. Jesus selbst und der Heilige Geist sind bereit uns in die Ewigkeit zu begleiten und dort aufzunehmen. Wir müssen dem aber persönlich zustimmen. Am besten gleich, denn das Verzögern lohnt sich nicht.

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