Wort zum Sonntag von Pfarer Peter Tarlinski

Ostersonntag

Lesejahr B

1. Lesung: Apg 10, 34a.37-43

2. Lesung: Kol 3, 1-4

Evangelium: Joh 20, 1-9

 

Pfarrer Peter Tarlinski Foto: Biblioteka Eichendorffa

 

Voll Jubel und Freude ist das Osterfest. Der Eröffnungsvers der Messe am Ostersonntag begrüßt die Teilnehmer mit dem Ruf: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja“. Die Freude kommt ebenso deutlich im Tagesgebet rüber: „Allmächtiger, ewiger Gott, am heutigen Tag hast du durch deinen Sohn den Tod besiegt und uns den Zugang zum ewigen Leben erschlossen. Darum begehen wir in Freude das Fest deiner Auferstehung. Schaffe uns neu durch deinen Geist, damit auch wir auferstehen und im Licht des Lebens wandeln.“ Und noch ein Jubelgesang zu Ostern: Die Sequenz mit ihrem lyrischen und hymnischen Charakter. Seit 850 entwickelte sie sich in den nachfolgenden drei Jahrhunderten zu einer eigenen sehr beliebten, gereimten Gesangsform. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts waren es etwa 5000 solcher Gesänge im Gebrach. Das Konzil von Trient (1545-1563) hat sie auf vier reduziert, von denen die Sequenzen zu Ostern und Pfingsten die wichtigsten sind. Mit diesem Gesang wird der Sinn des Osterfestes zusammengefasst. Hier der Text: „Singt das Lob dem Osterlamm, bringt es ihm dar, ihr Christen. Das Lamm erlöst‘ die Schafe: Christus, der ohne Schuld war, versöhnte die Sünder mit dem Vater. Tod und Leben, die kämpften den unbegreiflichen Zweikampf; des Lebens Fürst, der starb, herrscht nun lebend. Maria Magdalena, sag uns, was du gesehen. Sah Engel in dem Grab, die Binden und das Linnen. Das Grab des Herrn sah ich offen und Christus von Gottes Glanz umflossen. Er lebt, der Herr, meine Hoffnung, er geht euch voran nach Galiläa. Lasst uns glauben, was Maria den Jüngern verkündet. Sie sahen den Herren, den Auferstandenen. Ja, der Herr ist auferstanden, ist wahrhaft erstanden. Du Sieger, König, Herr, hab Erbarmen!“

 

 

Diese Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi schenkt uns Jahr für Jahr den nötigen Trost, sie gibt uns Mut zum Leben und lässt uns werteorientiert uns selbst zu gestalten und in unser Umfeld die Mitmenschlichkeit zu tragen. Das brauchen wir auch in unseren ziemlich sicheren Tagen. Jesus hat sich für die Menschen hingegeben, damit sie von der Sünde befreit miteinander als Schwestern und Brüder umgehen und leben. Die Auferstehung Jesu ist daher eine deutliche Ablehnung und Überwindung nicht nur des Todes selbst, aber auch aller Vergehen, die den Tod der Mitmenschen herbeiführen. Hass, Verfolgung, Habgier, Unterwerfung, Versklavung, Missbrauch, Tötung, Krieg, Ausrottung von Minderheiten, Vertreibung und jegliche Gewaltanwendung sind dem Herrn zuwider. Über den Auferstandenen hören wir in der Präfation zu Ostern: „Denn er ist das wahre Lamm, das die Sünde der Welt hinweg nimmt. Durch seinen Tod hat er unseren Tod vernichtet und durch seine Auferstehung das Leben neu geschaffen.“ Auf das Neue Leben kommt es an. Nur wenn wir uns vom Auferstandenen Christus beschenken lassen, können wir die Geschicke der Gegenwart zu einem Miteinander in Freude und Frieden neu lenken. Das Schlussgebet des Ostersonntags will diese neue Haltung in uns begründet sehen: „Bewahre und beschütze uns in deiner Liebe und führe uns zur Herrlichkeit der Auferstehung.“