Der Bundesbeauftragte Koschyk gemeinsam mit Botschafter Dr. Christoph Israng

Wie die letzten Ereignisse zeigen, hat nicht nur die deutsche Minderheit in Polen einen „Runden Tisch“ zur Situation der Volksgruppe. Auch die Deutschen in Tschechien konnten an solchen Gesprächen letztens teilnehmen, nur handelt es sich hier eher um Gespräche, die von der deutschen Botschaft initiiert werden.

 

Zu dem erwähnten „Runden Tisch“ lädt periodisch der deutsche Botschafter in Prag in die Botschaft, ins Palais Lobkowicz ein. Da die Bundesrepublik in Tschechien einen neuen Botschafter – Dr. Christoph Israng – hat, hat auch er die Möglichkeit wahrgenommen und zu Gesprächen über die Situation der deutschen Minderheit eingeladen. Neben Vertretern der deutschen Vereine (u. a. Irene Novák, Vorsitzende des Kulturverbandes der Bürger deutscher Nationalität in der Tschechischen Republik und Martin Dzingel, Präsident der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik e.V.) waren auch Gesandte verschiedener Regierungsinstitutionen sowie der Bundesbeauftragte Hartmut Koschyk vor Ort.

 

Einige Male wurde bei den Gesprächen die wichtige Brückenfunktion, welche die deutsche Minderheit ausübt, angesprochen. Ganz besonderes Lob erntete aber der Bundesbeauftragte Koschyk, der sich trotz der letzten Tage, die er sich noch im Amt befindet,  sich noch kräftig für die Anliegen der deutschen Minderheit engagierte. Erfreulich war aber auch der Bericht der Mitglieder der deutschen Vereine. Demnach genießt die deutsche Minderheit im Moment eine Zeit der Erfolge, die auch dem Vertrag zur Zusammenarbeit zwischen der Landesversammlung und dem Kulturverband zu verdanken ist. Diesen haben die beidem Vereine 2016 unterschrieben und dabei eine enge Kooperation auf verschiedenen Ebenen vereinbart. Ein wichtiger Teil dabei ist etwa die Pflege deutscher Gräber. Zu diesem Thema erschien letztens ein „Handbuch“, dass seitens der tschechischen Regierung gefördert wurde. Dazu ist noch ein gemeinsames Internetportal geplant, dass beispielsweise Informationen für deutsche Touristen liefern soll.

 

Weitere Themen des „Runden Tisches“ waren das Schulwesen sowie die Gedenkpolitik. Zu den interessantesten Aspekten gehörten sicherlich auch der Bericht von Zuzana Swobodová, die Leiterin der in Trägerschaft der Landesversammlung stehenden deutschen Thomas-Mann-Schule in Prag ist. Diese Einrichtung spielt eine zentrale Rolle auf dem Weg zum deutschen Schulwesen in Tschechien, da sie neben erweitertem Deutschunterricht auch einige Fächer anbietet, die nur in der deutschen Sprache unterrichtet werden. Außerdem versucht man mit Hilfe des „Oskar Schindler-Stiftungsfonds“ eine Gedenkstätte zu errichten und damit den Retter der vieler Juden im Zweiten Weltkrieg zu gedenken.

 

Eines der letzten angesprochenen Themen war die Situation der deutschen Medien in Tschechien. Hierzu berichteten der ifa-Redakteur bei der Zeitschrift der deutschen Minderheit Landesecho, Tomáš Randýsek, sowie der ifa-Kulturmanager Simon Römer. Beim Landesecho handelt es sich um das Hauptpresseorgan der Deutschen in Tschechien, das sowohl meinungsbildend als auch ein eine Kommunikationsplattform für die Vereine sein soll.

 

Łukasz Biły