Ab dem 1. September wird es keine regionale Zugverbindung zwischen Frankfurt an der Oder und Posen geben. Grund dafür ist, dass das Marschallamt der Woiwodschaft Großpolen eine solche regionale und doch internationale Verbindung nicht mittragen will.

 

Rudolf Urban 

 

Die beiden RegioExpresse „Kowalski“ und „Schmidt“, die erst Anfang diesen Jahres nach einer längeren Pause wieder eingeführt wurden, sollten neben der bestehenden ICE-Verbindung zwischen Berlin und Posen (Poznań) den Fahrplan zusätzlich erweitern, auch wenn die Züge nur an den Wochenenden gefahren sind. Nun stehen sie vor dem endgültigen Aus, denn bereits seit dem 1. August werden für diese Züge keine Tickets verkauft und in knapp zwei Wochen wird auch die Verbindung selbst Geschichte sein.

 
Die RegioExpresse sind Verbindungen zwischen Deutschland und Polen, die gemeinsam von den Polnischen Regionalbahnen (Przewozy Regionalne) und der deutschen DB Regio angeboten werden. Mit dem Wegfall der Verbindung Frankfurt-Posen hört diese binationale Zusammenarbeit faktisch jedoch auf, denn in den polnischen Fahrplänen gibt es nun keine regionalen Züge, die grenzüberschreitend fahren würden.

 
Dass der RegioExpress Frankfurt – Posen nicht weiter getragen wird, liegt am Marschallamt der Woiwodschaft Großpolen, das die Verbindung nicht bezuschussen will. Ohne eine finanzielle Hilfe der Selbstverwaltungen, können aber in Polen die Regionalbahnen überhaupt nicht funktionieren, so auch der RegioExpress. Und auch das Ministerium für Infrastruktur, das zu Beginn der Frankfurt-Posen-Verbindung eine Zeit lang die Kosten mitgetragen hat, will nun keinen Złoty mehr zahlen.
Damit bleibt auf dieser Strecke nur noch die ICE-Verbindung, die allerdings nicht für jeden erschwinglich ist.