Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Sunday, August 14, 2022

Zum Tod von Bernard Smolarek

Bernad Smolarek
Foto: Archiv

 

Familie, Freunde und Wegbegleiter gaben heute (14.08.) Bernard Smolarek, dem Gründervater der deutschen Minderheit in der ehemaligen Woiwodschaft Tschenstochau und später langjährigem Chef der Deutschen im Kreis Rosenberg, das letzte Geleit.  Bernard Smolarek ist am vergangenen Sonntag im Alter von 88 Jahren verstorben.

 

 

Die ersten Treffen der Deutschen in der Rosenberger Region gab es schon im Januar 1989, vor der politischen Wende. Bernard Smolarek war von Anfang an dabei. „Wir hatten zwar Angst, aber die Freude hat überwogen. Es gab viele Begeisterte, die sehr engagiert waren“, erzählte Bernard Smolarek im Januar 2020 dem „Wochenblatt.pl“. Er sammelte 14.000 Unterschriften jener, die sich zu ihrer deutschen Herkunft bekannt haben. „Wir wurden im Oktober 1989 gegründet, hatten aber noch keinen Sitz. Am 23. Januar 1990 wurde beim Gericht eingetragen, dass der Sitz bei meiner Frau und mir zu Hause sein würde. Die erste offizielle Versammlung hatten wir am 9. März 1990, da wurde der Vorstand in der Woiwodschaft Tschenstochau gewählt, die es heute nicht mehr gibt“, erinnerte sich Smolarek.

 

 

Er selbst war viele Jahre der Vorsitzender der Deutschen in der Woiwodschaft Tschenstochau, später, nach der Gebietsreform in Polen, in deren Zuge die Tschenstochauer Gesellschaft der Deutschen in der Oppelner SKGD aufgegangen ist, hatte er das Amt des SKGD-Kreisvorsitzenden in Rosenberg inne. Er war langjähriges Vorstandsmitglied der SKGD im Oppelner Schlesien, von 1996 bis 2000 auch Mitglied der Revisionskommission beim Verband deutscher sozial-kultureller Gesellschaften. Daneben engagierte er sich in der Wohltätigkeitsgesellschaft der Deutschen.

 

Dank seines Einsatzes wurde schon im Juli 1989 die erste deutschsprachige Messe in Rosenberg zelebriert. Zu seinen größten Erfolgen gehörte aber im Jahr 1993 der Bau des zweisprachigen Lyzeums in Rosenberg, der damals ersten und einzigen Schule für die deutsche Minderheit polenweit. Bernard Gaida, Vorsitzender des Verbandes deutscher Gesellschaften, der in der deutschen Minderheit und der kommunalen Selbstverwaltung mit Smolarek zusammengearbeitet hatte, schrieb in seinem Nachruf: „Bernard Smolarek war für mich der Innbegriff der schlesischen Eigenschaften. Er war ein ruhiger, sogar stiller Mensch, der sympathisch, manchmal sogar etwas geheimnisvoll lächelte, dabei aber sehr arbeitsam und effektiv war. Der beste Beweis für seine Effektivität ist die in Rosenberg stehende sog. zweisprachige Schule, die dank Fördergeldern aus Deutschland und der tiefen Überzeugung Smolareks entstehen konnte, der meinte, das erste, was Schlesier nach Jahren der sprachlichen und kulturellen Diskriminierung bräuchten, wäre die Rückkehr zur deutschen Sprache. Nur durch die Sprache könnten die deutschen Schlesier ihre Identität bewahren. Mit seiner Überzeugung steckte er sowohl deutsche als auch polnische Beamte an.“

 

Dabei engagierte sich Bernard Smolarek nicht nur für die deutsche Minderheit. Als Mitglied des Stadtrates von Rosenberg und später Kreistagsabgeordneter in Rosenberg war er stets nah an den Problemen seiner Mitmenschen. So war er u.a. Mitglied des Aufsichtsrates des Öffentlichen Ärztehauses in Rosenberg, war im Hilfsverein des Krankenhauses in Rosenberg tätig und nicht zuletzt im Bauverein des Hospizes in seiner Heimatstadt aktiv. „Er wurde von allen für seinen Weitblick, seine ausgewogenen Ansichten und den Willen zur Arbeit für die lokale Gemeinschaft geschätzt und geachtet“, schrieb Rosenbergs Bürgermeister Sylwester Lewicki.

 

Nach der Trauermesse in der St. Anna Kirche fand Bernard Smolarek seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Rosenberg.

 

Anna Durecka/Rudolf Urban

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