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Wenige Tage vor den Parlamentschaftswahlen macht PiS-Kandidat Bartłomiej Morawski mit antideutschen Tönen auf sich aufmerksam. Beim 4. Kulinarischen Herbstjahrmarkt der Schlesischen Landfrauen am Sonntag in Krappitz habe er dem Duo „Ewa und Damian“ verbieten wollen, deutsche Lieder zu singen. Morawski spielt den Vorfall herunter, doch der Zwischenfall wird Folgen haben.

 

Die Oppelner SKGD will den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen. Am Dienstag reichte Vorsitzender Rafał Bartek bei der Staatsanwaltschaft in Oppeln Klage ein. „Wir betrachten das als eine Präventivmaßnahme. Wir berufen uns dabei auf das Grundgesetz und das Minderheitengesetz in Polen sowie die europäischen Konventionen für Sprach- und Minderheitenrechte – diese sichern den Minderheiten die Pflege der eigenen Sprache und Kultur zu.“ Doch macht man hierbei nicht aus einer Mücke einen Elefanten?

 

Im Wahlkampf klingt das nach einem gefundenen Fressen, um auf sich aufmerksam zu machen. Bartek hält dagegen: „Wenn wir zulassen, dass jemand einfach sagt: Ich wünsche nicht, dass hier deutsch gesungen wird, müssen wir uns bewusst sein, welche Folgen das für die Jugend hat. Wenn es darum geht, welche Sprache sie lernen, könnten sie sich aufgrund dieses Vorfall gegen die deutsche Sprache entscheiden, weil sie Schwierigkeiten fürchten. Darum haben wir schnell gehandelt. Auch wenn keine Wahl wäre, würden wir genauso handeln.“

 

Die Staatsanwaltschaft wird nun die Unterlagen sichten und entscheiden, ob die Klage zulässig ist.

 

Marie Baumgarten

 

Mehr dazu in der Printausgabe des Wochenblatts (Nr. 43, 1229, S. 3)

 

 

 

Das Duo Ewa und Damian bei der Pressekonferenz der Deutschen Minderheit am 19.10.2015

 

 

Rudolf Urban/ mb

 

Rudolf Urban/ mb

 

 

Einen Tag später: Die SKGD reicht am 20.10.2015 bei der Oppelner Staatsanwaltschaft Klage ein

 

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Fotos: Roman Szablicki, SKGD