Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Sunday, December 4, 2022

Auf den Spuren der alten Berghütten

Das Massiv der Bischofskoppe im Oppagebirge besuchen wir im Rahmen unser Ausflugsreihe immer wieder. Diesmal besteigen wir den höchsten Gipfel der Woiwodschaft Oppeln von der tschechischen Seite und entdecken dabei Spuren des Tourismus vom Ende des 19. Jahrhunderts.


Unsere Wanderung beginnen wir auf dem Petersbaudenpass, den man mit dem Auto aus Zuckmantel (Zlate Hory) und Petersdorf (Petrovice) erreichen kann. Hinauf führt eine schmale Asphaltstraße, besonders im Winter gilt es also vorsichtig zu sein. Der Bergpass ist Ausgangspunkt der mit Abstand schnellsten und kürzesten Strecke auf den Gipfel der Bischofskoppe. Hier kann man bis auf 710 Meter mit dem Auto kommen – ohne Sondergenehmigung geht das sonst nirgendwo im Oppagebirge.

 

Vom Rudolsheim blieben bis heute nur noch Reste der Fundamente, des Wassertanks und des Kellers.
Foto: Łukasz Malkusz

Von der Petersbaude…
Der Name des Passes stammt von der Petersbaude, einer Berghütte, die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet und 1935 ausgebaut wurde. Bis in die 90er Jahre funktionierte nebenan auch ein Skilift auf dem Hang des Vetrna-Berges. Leider ist die Petersbaude 1996 abgebrannt, die Ruine wurde abgerissen. Heute sind nur noch die Fundamente des Gebäudes sichtbar.

Hier suchen wir nach den grünen Zeichen, die uns schnurstracks nach Oben, bis auf den Gipfel führen. Etwa eine Viertelstunde lang ist der Anstieg noch ganz angenehm, danach erwartet uns aber eine mühsame halbe Stunde auf dem steilen Wanderweg. Es ist also der kürzeste, aber auf keinen Fall ein leichter Weg auf die Spitze. Deshalb sollte man auch jede Gelegenheit wahrnehmen, um sich zu erholen. Eine ideale Möglichkeit bietet sich nach etwa 30 Minuten – links von der Route befindet sich der Heeger Ausblickspunkt. Dieser bietet wunderschöne Panoramen von Zuckmantel und dem Querbergmassiv und ist nach dem deutschen Politiker, Poeten und Pädagogen Viktor Heeger aus Zuckmantel benannt.

…bis zum Rudolfsheim

Etwa zehn Minuten weiter befindet sich der exakte Ort, wo jahrelang die meisten Wanderer eine längere Pause gemacht haben. 1893 wurde hier die erste und für lange Zeit bekannteste Berghütte im Oppagebirge errichtet – das Rudolfsheim. Über 50 Jahre lang empfingen hier im großen Stil Mitglieder von drei Generationen der Familie Rudolf Touristen. Das Gebäude war mit einem Wassertank, einer Strom und Telefonlinie, einem Postamt und einem Weinkeller eine der exklusivsten Bergbauden in den Sudeten. Weiteren Charakter verpassten der Berghütte ihre Eigentümer. Zum Beispiel war Franz Rudolf dafür bekannt, dass er wichtige Gäste in einem türkischen Gewand und mit Fes verkleidet, mit Ehrenschuss aus einer Pistole verabschiedete. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde jedoch die Familie Rudolf aus Zuckmantel vertrieben und 1954 wurde das Gebäude abgerissen. Heute befinden sich hier nur noch Reste der Fundamente, des Wassertanks und des Kellers.

Nach weiteren fünf Minuten kommen wir am Gipfel der Bischofskoppe an. Über die Spitze selber schrieben wir schon mehrmals, etwas Aufmerksamkeit ist aber einem der möglichen Wege zurück zum Petersbaudenpass zu widmen. Zuerst folgen wir den blauen Wanderweg Richtung Petersdorf. Nach etwa 20 Minuten biegen wir rechts ab und folgen den gelben Zeichen bis zum Parkplatz. Es erwartet uns ein 30 Minuten langer Spaziergang, während dessen wir gleich drei Bergquellen entdecken.

Łukasz Malkusz

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