Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Friday, January 27, 2023

Ausflüge einer Supereule

Die noch junge Online-Bildungsplattform „supereule.pl“ der deutschen Minderheit in Polen möchte durch Workshops bei Vereinsschulen in der Woiwodschaft Oppeln auf sich aufmerksam machen.


Seit Frühjahr 2022 ist die durch den Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) und der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD) organisierte Bildungsplattform online zugänglich. Sie richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräfte. Die Superkraft der schwarz-rot-gelb gefärbten Supereule besteht darin, relevante Informationen mit Bezug zum Unterricht von Deutsch als Minderheitensprache an einem zentralen Ort zu sammeln, aufzubereiten und polenweit zugänglich zu machen.

Dabei wartet die Supereule nicht erst darauf, gefunden zu werden, sondern fliegt selbst aus, um neue Bekanntschaften zu machen. Die ersten zwei Kennenlernworkshops Ende November und Anfang Dezember fanden für die jeweiligen Klassen 1-3 in der Grundschule in Grodisko sowie im Schul- und Kindergartenkomplex in Goslawitz statt. Für die Schülerinnen und Schüler wurde hierfür didaktisches Material unter Anwendung der Methode des Stationenlernens erstellt, um ihnen die Supereule näherzubringen.
Die eigene Kreativität ausleben

Voller Stolz präsentieren die Schülerinnen und Schüler in Grodisko ihre Supereulen, Lapbooks und Geschenke.
Foto: Wioletta Skowronek

„Wie ist denn die Supereule? Was für Eigenschaften hat sie?“, fragte Wioletta Skowronek, die Koordinatorin des Bildungsprojekts seitens der SKGD, beispielsweise die Kinder in Grodisko – und bekam „klug“ und „lieb“, am häufigsten aber „kreativ“ als Antwort, das zum Lieblingswort der dortigen Kinder während dieses Workshops wurde. Am Ende durften sie ihre ganze Kreativität ausleben, denn den Abschluss – nach der Meisterung aller Aufgaben – bildete wie jedes Mal das Basteln einer Eule aus Filz. Diese durfte jedes Kind dann mit nach Hause nehmen, den Eltern und der Familie voller Stolz präsentieren – und nebenbei von der Supereule erzählen.
Damit dieser Besuch noch länger in Erinnerung bleibt, erhielten die Schülerinnen und Schüler zudem jeweils eine Supereule-Tragetasche, einen Supereule-Radiergummi mit Anspitzer und einen Informationsflyer für die Eltern. Weiterhin präsent bleibt die Supereule auch in den Klassenzimmern durch das von den Kindern in Gruppen gemeinsam erstellte „Lapbook“, das alle absolvierten Aufgaben beinhaltet.

Wunsch nach engerer Zusammenarbeit
Bei diesen Gelegenheiten wurde auch der Austausch mit den Lehrkräften und der Schulleitung gesucht, um über den Workshop, die Supereule und die Situation des Unterrichts von Deutsch als Minderheitensprache zu sprechen. Der Wunsch nach einer engeren Zusammenarbeit im Bildungsbereich besteht sowohl bei den Organisationen der deutschen Minderheit als auch bei den Vereinsschulen selbst. Daher wurde der Besuch inklusive Workshop nicht nur von den Kindern, sondern auch von den Lehrkräften und Schuldirektorinnen äußerst positiv aufgenommen.

Um die Bildungsplattform in der Woiwodschaft Oppeln weiter zu bewerben, hofft das Team der Supereule auch im kommenden Jahr auf weiteres Ausfliegen mit dem Programm des Workshops. Ebenso ist eine Ausweitung auf weitere Woiwodschaften angepeilt, denn die Bildungsplattform soll möglichst ein polenweites Informationsangebot bereitstellen. In der Schüler- und Elternzone werden dabei die Projekte der Sprachförderung vorgestellt, in der Rechtszone alle rechtlichen Grundlagen dargestellt und in der Lehrerzone didaktisches Material zur Verfügung gestellt sowie Links mit weiteren Informationen zu Fortbildungen und Austauschmöglichkeiten aufgelistet.
Auf der Homepage der Supereule lassen sich außerdem aktuelle Nachrichten und Hinweise auf Veranstaltungen aus dem Bereich Bildung und Sprachförderung finden. Die Supereule lernt natürlich auch gern dazu und freut sich auf Anregungen und Fragen zum Inhalt der Website über die E-Mail-Adresse „supereule@supereule.pl“.

Beate Tur

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