Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

Wednesday, November 30, 2022

Berg der Verklärung im Alltag

Feierlichkiet in Gleiwitz-Laband
Feierlichkiet in Gleiwitz-Laband

Zur Erinnerung an die Einrichtung des Lagers Laband nach dem Einmarsch der Sowjetarmee 1945, fand am 20. Februar in der Sankt-Georg-Kirche in Laband (GliwiceŁabędy) eine Gedenkveranstaltung mit einer feierlichen Eucharistie statt, die der Visitator Dr. Joachim Giela (Münster) leitete.

 

In seiner Predigt knüpfte Dr. Giela an die Worte des Evangeliums: „In der vorösterlichen Zeit hören wir in den Evangelien ganz unterschiedliche Erzählungen über Lebenswege – vergangenen Sonntag war es die Geschichte über die Versuchungen Jesu in der Wüste, heute sind wir zusammen mit Jesus unterwegs nach Jerusalem, und zwar in der Perspektive des qualvollen Todes Jesu. Was will uns dieser Evangelienabschnitt lehren? Betrifft uns unmittelbar die Begegnung mit Elia und Moses auf dem Berg der Verklärung? Gott offenbart sich durch seinen Sohn – Hört auf ihn! Heute begehen wir den Jahrestag der Einrichtung des Lagers hier in Laband vor 71 Jahren. Vielmehr ist es eine Verflechtung von vielen qualvollen Geschichten, die die Menschen in diesem Land 1945 erleben mussten. Der Krieg ging nicht von einen Tag auf den anderen zu Ende. Kriege dauern bis heute an.“

 

Dr. Giela zitierte die Worte des Kattowitzer Kirchentheologen Prof. Jerzy Myszor, der vor einem Jahr über die Oberschlesische Tragödie schrieb, dass die oberschlesische Bevölkerung in die allerschlimmste Lage geraten sei, wo Gewaltherrschaft des Siegers sich ausbreitete. Auch die geistigen Verluste wären unermesslich gewesen, so der Visitator.

 

Für die allermeisten damaligen Bewohner Schlesiens waren es ungeheuer tragische Ereignisse, so Giela weiter. „Wenn wir heute um das ewige Leben der Opfer der damaligen Oberschlesischen Tragödie beten, sollen wir unseren Berg der Verklärung suchen – unsere Begegnung mit Gott. In der Perspektive der Auferstehung sind wir alle unterwegs, lasst uns nicht versuchen die Zeit anzuhalten. Wir können keine Hütten bauen, so wie damals der Heilige Petrus es vorschlug, um die Zeit zum Stehen zu bringen. Wir müssen gemeinsam mit Christus durchs Leben gehen, auch durch die Qualen des Lebens, durch Krankheit und durch Tod. Wie der Petrus und seine Begleiter, wünschen wir uns Gipfelerlebnisse und Bergerfahrungen. Dieser Wunsch der Jünger Jesu ist mehr als verständlich, denn wir alle suchen eine Bleibe, Schutz und Sicherheit, Heimat und Geborgenheit. Gott steh uns bei, wenn in Zeiten, wenn unsere Hütte brüchig wird und wankt. Wenn unsere Familie und Lebensgemeinschaft auseinander fällt. Wenn Freunde uns enttäuschen, wenn Berufspläne scheitern, wenn wir Halt und Orientierung verlieren. Wenn wir an uns und am Leben zweifeln“ sagte Giela in seiner Predigt.

 

Johannes Rasim

Show More