Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Thursday, December 1, 2022

Bruderklöster an der Goldenen Straße

900 Jahre alt wurden in diesem Jahr die früheren Benediktinerklöster in Zwiefalten und im tschechischen Kladrau (Kladruby). Dem Zwiefalter Geschichtsverein ist nun der Brückenschlag ins Nachbarland gelungen.

 

Der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, dessen familiäre Wurzeln in Kladrau liegen, ließ es sich nicht nehmen, dem Jubiläumskonzert im Mai beizuwohnen und danach einen Gang durch die Ausstellung „900 Jahre Benediktinerklöster Zwiefalten und Kladruby/Kladrau in Westböhmen 1115–2015“ in der ehemaligen Kladrauer Lateinschule zu unternehmen. Er erinnerte daran, dass die Gründungslegende von Kloster Kladrau auf den Heiligen Wolfgang zurückgeht, der wahrscheinlich aus Pfullingen stammte. Von dem Heiligen habe er zum ersten Mal von seiner Mutter gehört.

 

Wolfgang hatte auf seinem Weg nach Prag im Wald bei einer Gruppe von Waldarbeitern Rast gemacht. Er schnitzte aus einem gefällten Baum ein Kreuz, rammte es in die Erde und verhieß, an jener Stelle werde einmal der Hochaltar einer großen Kirche stehen. Die Kirche des 1115 gegründeten Klosters Kladrau sei als Erfüllung dieser Verheißung zu sehen. Auch habe seine Mutter ihm gesagt, dass ohne die Zwiefalter Mönche hätte das Kloster Kladrau nicht entstehen können.

 

Im September kommt die Ausstellung nach Zwiefalten und wird am 27. September nach dem Pontifikalamt mit Bischof Dr. Gebhard Fürst zur 250-Jahr-Feier der Zwiefalter Münsterweihe eröffnet. Auch Schüler der beteiligten Schulen machten sich künstlerisch in einem Wettbewerb Gedanken über die Verbindung zwischen den Ländern und Kommunen.

 

Die Oberpfälzer sind in Kladrau zu „begeisterten Fans“ der Musik Ernest Weinrauchs geworden, dessen Werke sie im Jubiläumskonzert hörten. „Pater Ernest Weinrauch und die letzten Äbte von Kladrau und Zwiefalten, Amandus Streer und Gregor Weinemer, sehen heute von oben gewiss mit Wohlgefallen auf uns“, kommentierte Hubertus-Jörg Riedlinger, Vorsitzender des Geschichtsvereins Zweifalten.

 

Der Wunsch des vor Jahren verstorbenen Monsignore Jaroslav Kubovec, Pfarrer von Dürrenwaldstetten, Upflamör und Mörsingen, an den früheren Zwiefalter Bürgermeister wurde damit erfüllt. Von tiefer Sehnsucht nach seiner Heimat geprägt, bat er „die historische Verbindung der Klosterorte Kladrau und Zwiefalten nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wieder aufleben zu lassen“.

 

 

KK/kan

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