Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Friday, December 9, 2022

Dialog und Zusammenarbeit (+Bilder & Audio)

In der Oppelner Philharmonie wurden am Montagabend (14.11.) zum fünften Mal die „Brücken des Dialogs“ vergeben. Die Auszeichnung wurde 2010 vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit und der Selbstverwaltung der Woiwodschaft Oppeln ins Leben gerufen.

 

Sejmabgeordneter Ryszard Galla Foto: Mateusz Koszyk

„Die Auszeichnung wird von der Aufgabe geleitet, die Gegenwart und Vergangenheit, die Multikulturalität sowie das heutige Image der Woiwodschaft Oppeln zu präsentieren. In einer Woiwodschaft, die so zahlreich von Bürgern deutscher Nationalität bewohnt wird, ist die Förderung des Wissens über die Region ein untrennbarer Bestandteil des Aufbaus einer Zivilgesellschaft. Lasst uns die Kräfte bündeln und gemeinsam daran arbeiten, unsere Region, den besonderen Ort auf der Landkarte Europas und der Welt, zu schützen. Mit den Brücken des Dialogs ehren wir diejenigen, denen ein echter interkultureller Dialog in unserer Woiwodschaft am Herzen liegt”, sagte in seiner Rede einer der Vorsitzenden der Jury, Ryszard Galla, und fügte hinzu: „Wir trafen uns ein paar Mal, um die eingesandten Vorschläge durchzugehen. Wir waren uns außerordentlich einig, was die Gewinner angeht.“

Marschall der Woiwodschaft Oppeln Andrzej Buła Foto: Mateusz Koszyk

Der zweite Vorsitzende der Jury, Oppelns Woiwodschaftsmarschall Andrzej Buła, sagte ergänzend: „Ich schätze mich sehr glücklich, unter Menschen zu weilen, die Dialog und Zusammenarbeit auf die gleiche Weise begreifen. Wir sind uns im Klaren, dass die gegenwärtige politische Lage nicht zum Dialog und zur Zusammenarbeit einlädt. Vor allem diejenigen, die einen Einfluss darauf haben, suchen lieber einen Feind und gehen in einen Angriff über, als dass sie sich anstrengen, damit wir Dialog und Zusammenarbeit genau gleich verstehen. Wenn wir keine Ehrlichkeit im Herzen und Weisheit im Kopf haben, sind schön verfasste Worte über Zusammenarbeit und Dialog nichts weiter als Floskeln.“

 

Institution
In der Kategorie Institution wurden der Regionale Verbund von Bildungsunterstützungsinstitutionen (Regionalny Zespół Placówek Wsparcia Edukacji), das Museum des Neustädter Landes und die Stadtbibliothek Oppeln nominiert. Der Gewinner dieser Kategorie ist das Museum des Neustädter Landes, welches als kulturelle Institution der Gemeinde Neustadt die Geschichte des Neustädter Landes mit Publikationen und verschiedenen Treffen und Workshops fördert.

Der Preis in der Kategorie Institution wurde von Marcin Husak, dem Direktor des Neustädter Landes entgegen genommen. Den Preis übergaben Zuzanna Donath-Kasiura, Vizemarschallin der Woiwodschaft Oppeln (links) und Joanna Filipczyk, Direktorin der Galerie der Zeitgenössischen Kunst in Oppeln. Foto: Mateusz Koszyk

Der Preis wurde von Marcin Husak, dem Direktor des Museums des Prudnik-Landes, entgegengenommen. „Meine Heimat Neustadt ist immer noch ein unbekanntes Land. Aber es ist auch ein Land mit einer vielseitigen Identität und einem großen Erbe. Hier haben im Laufe der Geschichte Tschechen, Deutsche und Polen, egal ob Katholiken, Protestanten oder Juden, jeden Tag Träume von einem Land, in dem Milch und Honig fließen, Wirklichkeit werden lassen. Das Museum des Neustädter Landes ist in erster Linie ein Ort der Erinnerung. Unsere Rolle besteht darin, diese Erinnerung zu bewahren und nicht nur die Geschichte, sondern auch den Dialog bekannt zu machen“, sagte Direktor Husak.

 

Organisation
In der Kategorie Organisation wurden der Verein Pro Liberis Silesiae, der Schlesische Selbstverwaltungsverein und die Historische Kommission für den Kreis Neustadt/Oberschlesien e. V. nominiert. Der Sieger der Kategorie ist der Verein Pro Liberis Silesiae. „Wir freuen uns so sehr! Ich weiß, dass für diesen Preis alle gearbeitet haben, die Mitglieder des Vereins, Mitarbeiter, Lehrer unserer Schulen und Kindergärten. Die größte Arbeit machte jedoch unsere Vereinschefin Margarethe Wysdak, die leider heute nicht dabei sein konnte, da sie im Ausland unterwegs ist und wieder etwas für unseren Verein organisiert“, sagte Maria Sikora, Vizevorsitzende des Vereins.

Maria Sikora, Vizevorsitzende des Vereins Pro Liberis Silesiae.
Foto: Mateusz Koszyk

 

Menschen
In der Kategorie Menschen wurden nominiert: Prof. Joanna Rostropowicz, die sich für den Schutz und die Wiederherstellung des regionalen Erbes engagiert (mehr zu ihrer Tätigkeit lesen Sie auf Seite 6), die mit Proskau verbundene Dichterin Ingeborg Odelga, welche die deutsche Minderheit in der Gemeinde Proskau fördert und der leidenschaftliche Regionalforscher Gerard Wons. Gewinnerin wurde Ingeborg Odelga, die sich zweisprachig für den Preis bedankte. „Frau Ingeborg Odelga ist eine Person, die auf jeden Fall so einen Preis verdient, die mit ihrem ganzem Leben bewiesen hat, wie wichtig Dialog, Zweisprachigkeit und Verbundenheit mit der Tradition und Heimat sind. Das alles verkörpert Frau Odelga mit ihrem Leben“, sagte Lucjan Dzumla, Direktor des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit.

Ingeborg Odelga, Siegerin in der Kategorie Menschen, mit Rafał Bartek, dem Vorsitzenden des VdG, der SKGD und des Oppelner Sejmiks (links) und dem Bürgermeister von Proskau Krzysztof Cebula.
Foto: Mateusz Koszyk

Goldene Brücke des Dialogs
Die Goldene Brücke des Dialogs 2022 ging an das Deutsche Polen Institut in Darmstadt, das Zentrum für polnische Geschichte, Politik, Kultur und Gesellschaft und die deutsch-polnischen Beziehungen. Direktor Prof. Dr. Peter Oliver Loew nahm den Preis entgegen.

Direktor des Deutschen Polen Institutes in Darmstadt Prof. Dr. Peter Oliver Loew nahm den Preis die „Goldene Brücke des Dialogs“ aus den Händen von Marschall Andrzej Buła (links) und dem Sejmabgeordneten Ryszard Galla entgegen. Foto: Mateusz Koszyk

 

„Wir werden dank dieses Preises daran denken, dass wir auch hier in Oberschlesien Brüder und Schwestern im Geiste haben, die ebenfalls daran arbeiten, die deutsch-polnischen Beziehungen zu verbessern, das Bild vom Nachbarn in die jeweilige Gesellschaft hineinzutragen. Das ist gerade jetzt wichtig, wo nicht alle in unseren beiden Ländern daran arbeiten, diesen Dialog und die Zusammenarbeit zu vertiefen“ sagte der Direktor des Deutschen Polen Instituts.

Text: Manuela Leibig
Fotos: Mateusz Koszyk

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