Wochenblatt – Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej

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Tuesday, January 18, 2022

Die Führung übernehmen

Die junge Generation in der Deutschen Minderheit wird immer präsenter und bringt in verschiedenen Debatten ihre Stimme ein. Das Projekt „Akademia“ fokussiert sich vor allem auf die Kompetenzerweiterung von jungen sozial und politisch engagierten Menschen. Das ganze Jahr über haben die Jugendlichen und jungen Erwachsenen an verschiedenen Schulungen teilgenommen, um somit auf die zukünftige Führungsübernahme in der Deutschen Minderheit vorbereitet zu sein.

Vor kurzem fand das letzte Abschlusswochenende von „Akademia“ statt. Es ging diesmal politisch zu. Angefangen hat es mit der Debatte „Welche Zukunft erwartet die Europäische Union? – Herausforderungen, Visionen, Perspektiven“, die das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte. Neben der Debatte hatten die „Akademiker“ auch ein Treffen mit den aktuellen Eliten der Deutschen Minderheit – dem Abgeordneten Ryszard Galla und dem SKGD Vorsitzenden Rafał Bartek. Bei der Debatte legten sie den Fokus auf die Probleme in der DMi und suchten Lösungen für die Zukunft.

 

Für das kommende Jahr ist schon eine zweite Staffel geplant.
Foto: Mateusz Koszyk

„Das Gute an der Debatte war die Tatsache, dass wir sowohl das Positive als auch das Negative benennen mussten,“ findet Rafał Bartek. „Wie weit wird die Jugend in den verschiedenen Organisationen der Deutschen Minderheit gesehen und beachtet? Dieser Frage kann man nie entkommen, aber das Spannende ist, dass man immer wieder Jugendliche hat, die darüber debattieren möchten. Das finde ich gut. Die zweite Sache ist, was wir als Organisationen tun können, damit sie sich engagieren wollen. Das ist auch eine Angelegenheit, der man sich immer wieder stellen muss. Solche Projekte wie dieses sind unheimlich wichtig, damit man sich beidseitig Gedanken macht. Dieser Austausch muss vorgesetzt werden.“

Das Konzept des Fӧrderprogramms ähnelt dem von ELOm oder der früheren „Kuźnia Młodych Liderów“, jedoch war alles ein Level höher. Die Teilnehmenden entschieden selbst, was sie brauchen und das Programm wurde ihren Bedürfnissen angepasst. Demnach war es vielfältig und jeder konnte etwas für sich mitnehmen. Ob Projektmanagement, Gruppenprozesse, Aspekte des Deutschen, Psychologie, Politik oder klassisch Deutsche Minderheit – die Leader haben sich in vielen Fachrichtungen weiterentwickelt.

„Die jungen Menschen sind sehr engagiert in ihrer Arbeit, aber ich denke, dass wir es durch diese Schulungen geschafft haben, sie mit dem nötigen Handwerk noch mehr auf die Zukunft vorzubereiten“, so Trainer Szymon Kopiecki. „Wir haben uns auch als Gruppe weiterentwickelt, denn darum geht es bei solchen Programmen ebenso. Dieses Networking haben wir erreicht und der Gruppenprozess ist weitestgehend abgeschlossen.“

Für das kommende Jahr ist schon eine zweite Staffel geplant. Das Programm „Akademia“ wurde vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit organisiert.

 

 

Foto: Katarzyna Lubańska

Dastin Karasiński – Poppelau
Als ich zum ersten Mal von Akademia hörte, wurde meine Neugierde geweckt. Wen werde ich dort treffen? Was werde ich lernen? Wie wird sich diese Weiterbildung auf mein Leben auswirken? Die Antworten auf diese Fragen kamen nicht sehr schnell, aber sie weckten Schritt für Schritt den Leader in mir. Bei der Schulung habe ich fantastische Leute kennen gelernt, echte Experten und Expertinnen, sowie tolle Freunde. Dank des Workshops habe ich gelernt, wie ich eine Führungsrolle übernehmen kann, wobei mir das kennenlernen meine Stärken und Schwachen geholfen hat. Ich lernte auch wie ein Team aussehen sollte und wo ich Unterstützung bei der Umsetzung von Projekten finden kann. Ich habe mich definitiv Weiterentwickelt und bin bereit zu handeln! Ich bin ein Leader!

 

Foto: Katarzyna Lubańska

Mateusz Flajszak – Bielitz-Biala
Es mag ungewöhnlich sein, aber der Anstoß, sich an Akademia zu bewerben, kam, wie sich herausstellte, durch das letzte Gespräch mit meiner Großmutter. Sie gestand mir, dass sie es bereute, in den 70er Jahren nach Polen zurückgekehrt zu sein. Damals überwog die Liebe zu ihrem kleinen Heimatland. Das Projekt Akademia hat mir die Kraft und die Inspiration gegeben, mich für das Erbe von Bielitz-Biala einzusetzen, das durch die Gemeinsamkeit der Schicksale unserer Vorfahren gestärkt wird, und so junge Menschen zu ermutigen, ihr eigenes Familienschicksal zu erforschen und zu entdecken. Akademia hat mir geholfen, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen und zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und das magnetische Band des Miteinanders und des Verständnisses zu entdecken.

 

Foto: Katarzyna Lubańska

Alexander Gnilka – Oberglogau
Ich habe zum ersten Mal von einer Freundin von dem Schulungsprogramm Akademia gehört, die mir begeistert davon erzählte und mich ermutigte, daran teilzunehmen. Jetzt, nach dem Weiterbildungsprogramm, weiß ich, dass es sich gelohnt hat. Die Workshop-Methoden, die kreativ und konkret durchgeführt wurden, ermöglichten es mir, viel Wissen über Gruppenprozesse, interkulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten, Selbstpräsentation sowie menschliche Psychologie zu erwerben. Mit vielen der in der Schulung besprochenen Themen bin ich zum ersten Mal konfrontiert worden, es war eine sehr interessante und neue Erfahrung des Lernens und Kennenlernens. Das Wissen aus einem so breiten Spektrum wird zweifellos sowohl im Berufsleben als auch bei sozialen Aktivitäten Anwendung finden.

 

Andrea Polański

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